Bankenboom
UBS, Partners Group und Julius Bär legen am ersten Handelstag des Jahres stark zu. Was sind die Gründe für den jüngsten Kursrausch. Wie nachhaltig ist der Bankenboom?
6. Januar 2026 • Beat Schmid

Für die Aktionäre von Schweizer Finanztiteln ist es ein Auftakt nach Mass. Die UBS legte am Montag rund 3 Prozent zu, die Partners Group gewann 4,7 Prozent und Julius Bär sprang um 5,4 Prozent nach oben. Der SMI hingegen notierte leicht im Minus.

Die Titel der UBS kletterten über 38 Franken und erreichten damit ein neues Mehrjahreshoch. Die Partners Group dagegen blickt auf ein schwaches Jahr 2025 zurück: Die Aktie verlor rund 20 Prozent und fiel im November bis auf 910 Franken. Seither hat sich der Private-Equity-Riese wieder etwas erholt. Am Montag schloss das Papier bei über 1000 Franken – auf diesem Niveau wurde es zuletzt im Oktober gehandelt.

Besonders auffällig ist der Kurssprung von 5,4 Prozent bei Julius Bär. Die Valoren stiegen am Montag auf ein Mehrjahreshoch von 65,7 Franken. Damit liegt die Privatbank wieder über dem Niveau, das sie vor den deutlichen Kursverlusten im Zusammenhang mit dem Benko-Fall erreicht hatte. Zum Allzeithoch aus dem Herbst 2021 fehlt nur noch wenig. Mittlerweile wird die Bank mit 13 Milliarden Franken vom Markt bewertet.

Analysten-Upgrades

Es gibt mehrere Gründe für den Kursrausch. Zum einen sorgen Analysten-Upgrades und verbesserte Einschätzungen für Rückenwind. Die Partners Group profitierte zum Jahresbeginn von einer Hochstufung durch Citi von Neutral auf Buy sowie von einem deutlich höheren Kursziel. Auch die UBS befindet sich seit einiger Zeit in einem positiven Trend: Analysten haben zuletzt ihre Kursziele spürbar angehoben.

Hinzu kommt eine Neugewichtung der Portfolios zum Jahreswechsel. Nach einer langen Phase, in der Trend- und Technologieaktien dominierten, sehen viele Strategen Finanzwerte wieder als zyklische Profiteure einer möglichen wirtschaftlichen Erholung. Das erhöht die Attraktivität von Banken und Vermögensverwaltern.

Die Schweizer Finanzwerte folgen einem weltweiten Trend. Allerdings gibt es bereits Stimmen, die vor zu viel Euphorie warnen. Bei Julius Bär liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei rund 15, das Kurs-Buchwert-Verhältnis bei 2,01. Gemäss Daten von Bloomberg weist die UBS eine P/E-Ratio von 20,86 und ein Price-to-Book-Verhältnis von 1,68 auf – Kennzahlen, die vor nicht allzu langer Zeit als geradezu fantastisch gegolten hätten.

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