Kritik aus den eigenen Reihen
Die UBS solle ihr Lobbying gegen die Eigenkapitalanforderungen drosseln. Die Kritik zielt vor allem auf Sergio Ermotti.
3. März 2026 • Beat Schmid

Selten musste die UBS und ihr CEO Sergio Ermotti Kritik von der Financial Times einstecken. Die Verbindungen zum Traditionsblatt sind eng. Umso überraschender ist nun eine heute publizierte Geschichte (Abo), wonach die Bank ihr Lobbying in Bern gegen die Eigenkapitalvorschriften zurückfahren solle. Das Blatt zitiert Insider und Parlamentarier, der der UBS empfohlen haben, ihr Lobbying zu «überdenken».

Insbesondere solle die Bank den öffentlichen Auftritt von CEO Sergio Ermotti im Widerstand gegen die Reformen herunterfahren. «Ein grosser Teil des Parlaments teilt die Position der Bank in einem zentralen Punkt. Wir haben aber klar gemacht, dass das aktuelle Lobbying und insbesondere öffentliche Aussagen von Ermotti im Moment nicht hilfreich sind», sagte ein Parlamentarier.

Die Schelte aus London kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Fronten zwischen der UBS und dem Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD) verhärtet sind. Auf beiden Seiten scheint es derzeit wenig Raum für Kompromisse zu geben. Klar ist auch, dass Bundesrätin Karin Keller-Sutter den Vorschlag einer parteiübergreifenden Gruppe abgelehnt hat, wonach Auslandstöchter teilweise mit AT1-Kapital unterlegt werden sollten, statt vollständig mit hartem Eigenkapital.

Mischt die Finma mit?

Doch Sergio Ermotti wird so schnell nicht zurückgebunden. Erstens gibt es in der Bank keine Person, die in der Lage wäre, den Tessiner zu bremsen. Zweitens erwägt die Bank offenbar, die Amtsdauer des CEO über das bisher gesetzte Ablaufdatum im Frühling 2027 hinaus zu verlängern.

Dass Ermotti bis zum Abschluss des Regulierungsprozesses als Konzernchef verlängern könnte, brachte am Samstag die Neue Zürcher Zeitung (Abo) ins Spiel. Ob es tatsächlich so kommt, bleibt abzuwarten. Ein Plan war stets, dass Ermotti ab 2027 in den Verwaltungsrat der UBS wechselt und dort ein Jahr später Colm Kelleher als Präsident ablösen könnte.

Auch als Verwaltungsrat könnte Ermotti die Eigenkapitaldebatte weiter bestimmen. Wozu also eine Verlängerung als CEO? Eine mögliche Erklärung ist, dass die Finma für Ermotti eine deutlich längere Cooling-off-Periode vorsieht – als etwa für Markus Ronner, der nach nur wenigen Monaten Auszeit auf die kommende Generalversammlung in den Verwaltungsrat wechselt. Müsste Sergio Ermotti im Frühling 2027 eine einjährige Auszeit einlegen, würde er entscheidende Phasen bei der Ausgestaltung der neuen Regulierung verpassen.

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