Die Sandoz-Familienstiftung trennt sich von einem bedeutenden Teil ihrer Novartis-Beteiligung. Über ihre Beteiligungsgesellschaft Emasan AG bietet sie im Rahmen einer beschleunigten Bookbuilding-Transaktion 26,5 Millionen Novartis-Aktien zum Verkauf an – das entspricht etwa 1,2 Prozent der gesamten ausstehenden Anteile, wie Reuters zuerst berichtete. Der geplante Verkaufserlös beläuft sich auf über 2,6 Milliarden Franken, basierend auf einem Zielpreis von 98,25 Franken pro Aktie. Damit verringert sich der Anteil der Stiftung an Novartis, der zuletzt 4,1 Prozent betrug.
Die Fondation Philanthropique Famille Sandoz ist historisch eng mit Novartis verbunden: Sie geht auf die Familie Sandoz zurück, die das gleichnamige Chemieunternehmen 1866 gründete. Seit der Fusion von Sandoz mit Ciba-Geigy zur Novartis im Jahr 1996 zählt sie zu den grössten Anteilseignern des Pharmakonzerns.
Die von Édouard-Marcel Sandoz (1881-1971) gegründete unabhängige Stiftung kommt den Nachkommen der Familie Landolt um Pierre Landolt und der Familie de Meuron zugute. Die mit Abstand bedeutendste Position ist die Beteiligung von Novartis, die über die Emasan AG gehalten wird. Der Anteil von 4,1 Prozent wird derzeit an der Börse mit 9 Milliarden Franken bewertet. Der Schritt erfolge der im Zuge einer Diversifikationsstrategie, bestätige ein Sprecher.
Hinter den Kulissen durchlebt die Sandoz-Familienstiftung jedoch seit einiger Zeit unruhige Zeiten. Es gab interne Konflikte über die zukünftige Ausrichtung. Mit Unterstützung der beteiligten Familien wurde eine umfassende Überprüfung der Organisationsstruktur eingeleitet. Es wurde befürchtet, dass dieser Umbruch erhebliche Auswirkungen auf die philanthropischen Aktivitäten der Stiftung haben könnte. Die Website der Stiftung befindet sich derzeit «under construction».
Die Institution, die unter anderem Kulturprojekte, Hochschulbildung und Künstler fördert, finanziert ihr gemeinnütziges Engagement zu einem grossen Teil aus den jährlichen Dividenden von Novartis - zuletzt flossen rund 300 Millionen Franken aus dieser Quelle. Neben der Beteiligung an Novartis hält die Stiftung Beteiligungen in der Uhrenindustrie und im Tourismus. Zum Besitz gehören Fünf-Sterne-Hotels wie das «Beau-Rivage Palace» in Lausanne oder das «Riffelalp» in Zermatt zum Portfolio.