Januar ist der Bonusmonat. Dann entscheidet sich, wie viel Geld im Bonustopf landen wird. Grundlage sind die vorliegenden Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr. Für einige Spitzenbanker ist bereits jetzt klar, dass sie auch 2026 wieder mit einer schönen Runde rechnen können. Die Tische in den Restaurants sind reserviert, um eine Bonusparty im kleinen Kreis steigen zu lassen.
Kontaktierte Banker verschiedener Institute gehen davon aus, dass der Pool für 2025 nochmals leicht grösser wird. Allerdings hänge das auch sehr stark von der Rolle ab, sagt ein Banker. Die Schere zwischen Back- und Middle-Office-Bereichen und den sogenannten Risikoträgern an der Front dürfte damit weiter auseinandergehen.
Die UBS schüttete 2025 variable Vergütungen in der Höhe von 4,7 Milliarden Dollar aus. Im Jahr zuvor betrug der Bonuspool 4,5 Milliarden Dollar – was einem Anstieg von 4,4 Prozent entsprach. Optimistische Quellen sehen den Topf weiter in dieser Grössenordnung ansteigen – womit er auf knapp 5 Milliarden anschwellen könnte.
Boni ungleich verteilt
Die Boni sind stark ungleich verteilt. Von den variablen Vergütungen in der Höhe von 4,5 Milliarden Dollar im Jahr 2024 flossen 1,13 Milliarden Dollar an 1038 Key Risk Taker und Mitarbeitende, die insgesamt mehr als 2,5 Millionen Dollar verdienen; ausgenommen sind die Konzernleitungsmitglieder.
Zwei wichtige Faktoren gilt es zu beachten: Die UBS bilanziert in Dollar, der im vergangenen Jahr 12 Prozent gegenüber dem Schweizer Franken verloren hat. Gleichzeitig nimmt die Zahl der bonusberechtigten Beschäftigten im Zuge der Integration der Credit Suisse kontinuierlich ab. Allein im Jahr 2024 schrumpfte diese Zahl um über 3000 Personen, von 97’290 auf 94’105 – etwa ein Drittel davon arbeitet in der Schweiz.
Plus 25 Prozent an der Wall Street
Mit Sicherheit lässt sich sagen: Weniger Angestellte erhalten höhere Bonuszahlungen in Dollar. Ob sie dadurch tatsächlich mehr in der Tasche haben, ist hingegen eine andere Frage. Ziemlich sicher dürfte zudem sein, dass die grössten Boni weiterhin im Investment Banking an der Wall Street ausgeschüttet werden.
Das Beratungsunternehmen Johnson Associates prognostiziert, dass die Boni in vielen Bereichen wieder steigen könnten – zum zweiten Jahr in Folge –, getrieben von anhaltender Volatilität und stärkerem Dealflow. Besonders Equity-Trader und M&A-Teams können mit bis zu 25 Prozent höheren Bonuszahlungen rechnen, heisst es.
Julius Bär: Abschreiber kaum Einfluss auf Bonus
Interessant wird sein, wie viel Bonus Julius Bär an seine Mitarbeitenden ausschütten wird. CEO Stefan Bollinger hat gleichzeitig an drei Fronten zu kämpfen: Er muss die Geschäfte nach dem Benko-Taucher ankurbeln, die Kosten senken und gleichzeitig die angeschlagene Stimmung in der Belegschaft verbessern.
Wie viel Spielraum hat die Bank bei den Boni? Im abgelaufenen Jahr musste die Bank zwei grössere Abschreiber auf das Kreditbuch vornehmen. Diese wirken sich negativ auf das Ergebnis 2025 aus. Das heisst allerdings nicht unbedingt, dass dadurch weniger Mittel für Boni bereitstehen.
Ein Eingeweihter sagt es so: Die zwei Abschreiber – 130 und 149 Millionen Franken – könnten als Einmaleffekte betrachtet werden, womit sie sich nicht negativ auf den Bonus auswirken.

