Am Montagnachmittag hat die Zurich-Gruppe überraschend mitgeteilt, dass sie dem Verwaltungsrat des britischen Versicherers Beazley ein Übernahmeangebot in der Höhe von 7,67 Milliarden Pfund (8,2 Milliarden Franken) unterbreitet hat. Mit dem Deal würde der grösste Spezialversicherer Europas entstehen.
Der Kaufpreis entspricht einer Prämie von 56 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag. Laut Zurich entstünde durch die Übernahme ein «globaler Leader» im Specialty-Geschäft mit Bruttoprämien von rund 15 Milliarden US-Dollar. Die Zurich Insurance Group hat bereits mehrere Angebote für den britischen Konkurrenten gemacht. Diese wurde jedoch vom Beazley-Board als zu tief zurückgewiesen.
Der Konzern ist der Ansicht, dass das Angebot den Beazley-Aktionären einen «sofortigen und sicheren Barwert für ihre Investition auf einem Niveau bietet, das über das hinausgeht, was Beazley in einem angemessenen Zeitraum durch die Umsetzung seiner Strategie erreichen könnte», heisst es in einer Mitteilung.
Heftige Reaktion
Die Aktien reagierten deutlich auf die News: Die Beazley-Aktie sprang nach der Ankündigung um bis zu 46 Prozent nach oben. Die Zurich-Titel verloren 1,9 Prozent.
Käme der Deal zustande, wäre dies die grösste Akquisition seit 2016, als Mario Greco das Ruder bei Zurich übernahm. Die Transaktion würde laut eigenen Angaben einen globalen Marktführer im Specialty-Geschäft mit rund 15 Milliarden US-Dollar Bruttoprämien schaffen. Zurich betrachtet den Zusammenschluss als komplementär. Kommt die Transaktion zustande, würde das globale Specialty-Geschäft des Versicherers in Grossbritannien gebündelt.
Unter den sogenannten Specialty Lines versteht man Versicherungen in Bereichen wie Hochseefracht, Kunst, Geschäftsreisen sowie Unternehmensrisiken (etwa Cyber, Commercial Crime oder Organhaftungen).

