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Nach dem Verschwinden der Credit Suisse ist ein wichtiger Player im globalen Verwahrungsgeschäft ausgefallen. Die St. Galler Kantonalbank will die Chance packen.
11. Februar 2026 • Beat Schmid

Der Wegfall der Credit Suisse hat sich massiv auf das Angebot in der Schweiz ausgewirkt. Ein Bereich, in dem der Wettbewerb nachgelassen hat, ist das Global-Custody-Geschäft, also die Verwaltung und Verwahrung von Wertpapieren. Durch die Einverleibung ist die UBS zu einem dominierenden Player geworden.

Wie haben die anderen Banken reagiert? Während grosse internationale Player ihren Footprint bei grossen institutionellen Anlegern ausgebaut haben, haben auch wenige kleinere Banken die Chancen gepackt. «Ganz besonders freut uns, dass wir uns auch als Depotbank für Schweizer Pensionskassen (Global Custody) hervorragend positionieren konnten», schreiben SGKB-Präsident Roland Ledergerber und CEO Christian Schmid im Vorwort zum heute publizierten Kurzbericht zum Jahresabschluss 2025. «Wir haben in den letzten Jahren gezielt in unser Angebot in diesem Segment investiert und die sich bietenden Marktchancen nun genutzt.»

Das Geschäft mit institutionellen Anlegern legte stark zu. Insgesamt erzielte die Bank ein Netto-Neugeld von 4,2 Milliarden Franken (+6,5 Prozent). Davon stammt 1,4 Milliarden (+4,6 Prozent) von Privatkunden. Mehr als doppelt so viel kam von institutionellen Anlegern, die 3,1 Milliarden zur SGKB brachten – davon entfallen 1,7 Milliarden auf neue Global-Custody-Mandaten. Die total verwalteten Vermögen kletterten auf 71,8 Milliarden Franken (+11,3 Prozent).

Konservativ bei den Krediten

Eher konservativ unterwegs ist die Ostschweizer Bank bei den Kundenausleihungen, die um eine Milliarde Franken (+2,9 Prozent) auf 34,7 Milliarden anstiegen. Der grösste Anteil des Neugeschäfts stammt aus Hypotheken für Privatpersonen (+717 Millionen). Das grösste Wachstum gab es bei den Firmenkrediten – plus 7,2 Prozent oder 194 Millionen Franken.

Unter dem Strich wies die Bank einen Konzerngewinn von 227 Millionen Franken aus (+5,5 Prozent). Die Dividende wird um einen Franken auf 20 Franken je Aktie angehoben. Davon profitiert insbesondere der Kanton St. Gallen als Hauptaktionär, dem Ausschüttungen von 61,1 Millionen Franken zufliessen. Die Bank erwartet für das Geschäftsjahr 2026 ein Ergebnis in Höhe des Vorjahres.

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