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Die Bewertung eines kaum bekannten Tessiner KI-Unternehmens steigt auf 500 Millionen Dollar – gegründet wurde Prem AI vor zwei Jahren. Wer die Köpfe dahinter sind.
19. Juni 2026 • Beat Schmid

Das Tessiner Startup Prem hat in einer Series-A-Finanzierungsrunde 100 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das Unternehmen strebt laut Gründer und CEO Simone Giacomelli eine Bewertung von mindestens 500 Millionen US-Dollar an. Prem erwartet den Abschluss der Finanzierungsrunde im dritten Quartal, wie das Unternehmen gemäss einem Bericht von Bloomberg am Donnerstag mitteilte.

Offiziell hat das Unternehmen diese Nachricht auf seiner Website noch nicht kommuniziert. Das Startup, das 2024 ins Handelsregister eingetragen wurde, hat seinen Sitz in Lugano. Zudem verfügt es über Adressen in der US-Steueroase Delaware und im süditalienischen Bari. Das Unternehmen vermarktet KI-Lösungen, die auf privater Infrastruktur basieren und sich an Unternehmen und Organisationen richten, die mit besonders schützenswerten Daten arbeiten, etwa Spitäler, Finanzdienstleister oder Anwaltskanzleien.

Bereits 2024 hatte Prem in einer Seed-Finanzierungsrunde 14 Millionen US-Dollar aufgenommen. Es folgte eine Bridge-Runde über 6,1 Millionen US-Dollar bei einer Unternehmensbewertung von 200 Millionen US-Dollar. Zu den Investoren zählen gemäss Bloomberg-Informationen unter anderem Breyer Capital, Index Ventures, der Gründer von Marvel Studios, David Maisel, sowie Fan Zhang, Mitgründer von Sequoia Capital China.

Bekannter Tessiner Treuhänder

Das Unternehmen zählt aktuell 35 Mitarbeitende und kündigte vor Kurzem das Modell Fluso an – eine verschlüsselte KI-Arbeitsumgebung, die KI-Agenten ausführt und Aufgaben automatisiert. Die Basis bildet die sogenannte Confidential API, eine Schnittstelle zu KI-Modellen, über die verschlüsselt Daten ausgetauscht werden können.

Prem bindet derzeit die Modelle Qwen 3.6, DeepGram General Nova 3 und DeepSeek V4 Pro aus China ein. Technischer Kopf hinter Prem ist der Tessiner Informatiker Emanuele Carpanzano von der Tessiner Fachhochschule Supsi. Laut Gründer Giacomelli müssen Nutzer die volle Kontrolle über die KI-Umgebung haben, ohne dabei auf Benutzerfreundlichkeit verzichten zu müssen. Eine Unternehmens-KI müsse im Besitz des Unternehmens sein und dürfe nicht nur gemietet werden.

Verwaltungsratspräsident von Prem ist Yvano Dandrea, Chef und Partner des Tessiner Treuhänders Gruppo Multi SA. Er sitzt unter anderem mit UBS-Chef Sergio Ermotti im Verwaltungsrat des Tessiner Zeitungsverlags Corriere del Ticino.

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