Sustainability
Bisher standen Produzenten konventioneller Waffen auf der Ausschlussliste von Fonds mit einem Sustainability-Label. Diese Richtlinie hat die Grossbank nun geändert.
2. April 2025 • Beat Schmid

UBS Asset Management hat die Ausschlusskriterien für Investitionen in Waffenkonzerne gelockert. Laut dem jüngsten Ausschlussrichtlinienbericht («Sustainability Exclusion Policy»), der Ende März veröffentlicht wurde, dürfen bestimmte Nachhaltigkeitsfonds nun in Produzenten konventioneller Waffensysteme investieren.

Bislang machten als nachhaltig gelabelte und Impact-Investing-Fonds einen grossen Bogen um Unternehmen, die mehr als zehn Prozent ihres Umsatzes mit der Produktion von Kriegsmaterial erzielen. Diese Beschränkung wurde nun aufgehoben. Reuters berichtete zuerst über die Änderung.

Atomwaffen bleiben auf der Ausschlussliste

Sogenannte kontroverse Waffen wie Streumunition, biologische Waffen oder Atombomben bleiben jedoch weiterhin tabu, wie aus der aktuellen Sustainability Exclusion Policy (Link öffnet ein PDF) hervorgeht.

Vor der UBS haben auch andere europäische Vermögensverwalter ihre Haltung zu Investitionen in Rüstungskonzerne gelockert. So nahm etwa Allianz Global Investors eine ähnliche Anpassung ihrer Richtlinien vor. Auch die Danske Bank hat ihre Restriktionen im Waffensektor aufgehoben.

UBS verwaltet im Asset Management rund 1,8 Billionen Dollar. Das Unternehmen hat bislang nicht begründet, warum es die Änderung vorgenommen hat.

In Europa scheinen Investitionen in Rüstungskonzerne wieder salonfähig zu werden. Spätestens seit Beginn der Amtszeit von Donald Trump haben europäische Regierungen massive Investitionen in ihre Streitkräfte angekündigt. Das hat dazu geführt, dass die Aktien von Rüstungsunternehmen in diesem Jahr stark gestiegen sind. Der Kurs der deutschen Waffenschmiede Rheinmetall legte seit Jahresbeginn um über 120 Prozent zu.

MEHR ZUM THEMA


Exodus aus Netto-Null-Allianz: Morgan Stanley schliesst sich anderen Wall-Street-Banken an

Morgan Stanley verlässt kurz vor der Rückkehr von Donald Trump ins Weisse Haus die GFANZ-Bankengruppe. JP Morgan bleibt als letzte Grossbank in der Netto-Null-Allianz.
3. Januar 2025

Basler Kantonalbank zieht umstrittenes Finanzprodukt zurück

Die BKB lancierte ein Finanzprodukt, mit dem Kunden auf den deutschen Waffenkonzern Rheinmetall spekulieren konnten. Doch Spekulationen mit Kriegsaktien stehen im Widerspruch zu den «Richtlinien zu kontroversen Umwelt- und Sozialthemen».
21. April 2024