
UBS Asset Management hat die Ausschlusskriterien für Investitionen in Waffenkonzerne gelockert. Laut dem jüngsten Ausschlussrichtlinienbericht («Sustainability Exclusion Policy»), der Ende März veröffentlicht wurde, dürfen bestimmte Nachhaltigkeitsfonds nun in Produzenten konventioneller Waffensysteme investieren.
Bislang machten als nachhaltig gelabelte und Impact-Investing-Fonds einen grossen Bogen um Unternehmen, die mehr als zehn Prozent ihres Umsatzes mit der Produktion von Kriegsmaterial erzielen. Diese Beschränkung wurde nun aufgehoben. Reuters berichtete zuerst über die Änderung.
Atomwaffen bleiben auf der Ausschlussliste
Sogenannte kontroverse Waffen wie Streumunition, biologische Waffen oder Atombomben bleiben jedoch weiterhin tabu, wie aus der aktuellen Sustainability Exclusion Policy (Link öffnet ein PDF) hervorgeht.
Vor der UBS haben auch andere europäische Vermögensverwalter ihre Haltung zu Investitionen in Rüstungskonzerne gelockert. So nahm etwa Allianz Global Investors eine ähnliche Anpassung ihrer Richtlinien vor. Auch die Danske Bank hat ihre Restriktionen im Waffensektor aufgehoben.
UBS verwaltet im Asset Management rund 1,8 Billionen Dollar. Das Unternehmen hat bislang nicht begründet, warum es die Änderung vorgenommen hat.
In Europa scheinen Investitionen in Rüstungskonzerne wieder salonfähig zu werden. Spätestens seit Beginn der Amtszeit von Donald Trump haben europäische Regierungen massive Investitionen in ihre Streitkräfte angekündigt. Das hat dazu geführt, dass die Aktien von Rüstungsunternehmen in diesem Jahr stark gestiegen sind. Der Kurs der deutschen Waffenschmiede Rheinmetall legte seit Jahresbeginn um über 120 Prozent zu.