Die Führungsetage der Berner Kantonalbank trennte sich in den letzten Tagen von vergleichsweise vielen eigenen Aktien. Insgesamt gab es nach der Veröffentlichung der Jahreszahlen sechs Verkaufstransaktionen, die von einem oder mehreren Geschäftsleitungsmitgliedern und/oder von der Verwaltungsratspräsidentin Antoinette Hunziker-Ebneter ausgeführt wurden. Zählt man zwei weitere Transaktionen dazu, die vor dem geschlossenen Zeitfenster ausgeführt wurden, waren es acht Deals. Gemäss SIX-Daten wurden 3’681 Titel im Gesamtwert von 1,13 Millionen Franken gehandelt.
Auffällig ist die Häufigkeit der Verkäufe. Davor kam es im Jahr 2025 zu einer einzelnen weiteren Transaktion. Ebenfalls nur einen einzigen Verkauf gab es im Jahr 2024. Warum plötzlich so viele Aktien auf einmal? Eine Erklärung könnte die Entwicklung des Aktienkurses sein. Seit Anfang 2025 legte die BEKB-Aktie um 42 Prozent zu. Allein seit Anfang Oktober beträgt das Plus 31 Prozent. Die Aktie befindet sich auf einem Allzeithoch. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis beträgt stolze 17,6. Der Markt bewertet die Bank mit 3,12 Milliarden Franken.
Gut möglich, dass sich die Spitzenleute bei der BEKB die Überlegung machten, dass damit eine Decke erreicht ist – zumal der Gewinn der Bank im letzten Jahr leicht schrumpfte und die Zinsentwicklung beim Schweizer Franken ebenfalls nichts Gutes für die Retailbank verheisst. Antoinette Hunziker-Ebneter besitzt gemäss Geschäftsbericht 2024 3’851 Aktien. Mehr hat CEO Armin Brun (4’600 Titel), Michael Oertle kommt auf 3’300 Aktien und Mark Haller auf 3’815. Diese Positionen haben die Manager zum Teil über Jahre aufgebaut. Die Bank hat beschlossen, die Dividende auf 10.80 Franken zu erhöhen.

