Die Abwicklung der Online-Bank Radicant ist weit fortgeschritten. Im November 2025 hatte die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) beschlossen, ihre Tochterbank zu liquidieren. Inzwischen ist der Schliessungsprozess praktisch abgeschlossen. Nahezu alle Kunden haben die Bank verlassen, sagt eine Quelle.
Ein Sprecher von Radicant bestätigt dies: «Wir bestätigen, dass wir für die überwiegende Mehrheit unserer Kundinnen und Kunden der Radicant AG (ehemals Radicant Bank AG) Anschlusslösungen gefunden haben.»
Radicant sieht sich im Zeitplan: «Wir befinden uns bei der Umsetzung klar im Zeitplan, den wir im November 2025 kommuniziert haben», sagt der Sprecher. Angaben dazu, wohin die Kundengelder geflossen sind, macht das Institut nicht. Der Grossteil der insgesamt rund 20’000 Kundinnen und Kunden dürfte jedoch zur Online-Bank Alpian gewechselt haben. Bereits im Dezember hatten Radicant und Alpian eine entsprechende Migrationsvereinbarung abgeschlossen.
Entscheid über künftige Struktur steht an
Noch verfügt Radicant über eine Banklizenz. Eine Voraussetzung für deren Rückgabe sei die erfolgreiche Suche nach Anschlusslösungen für die Kundinnen und Kunden, erklärt der Sprecher. «Wir stehen in diesem Zusammenhang mit der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht in Kontakt und befinden uns auch in dieser Frage im Zeitplan.»
Der Prozess sei abgeschlossen, sobald die Finma «uns aus der Aufsicht entlässt», so Radicant weiter. «Anschliessend entscheiden wir, wie die künftige Struktur der Firma aussehen wird. Wir stellen damit sicher, dass alle Anspruchsgruppen weiterhin adäquat bedient werden können – dazu gehören ehemalige Kundinnen und Kunden, Technologiepartner sowie ehemalige und aktuelle Mitarbeitende. Auch in dieser Frage liegen wir im bereits kommunizierten Zeitplan.»
Das finanzielle Abenteuer mit ihrer Digitalbank hat die BLKB insgesamt 180 bis 190 Millionen Franken gekostet. In dieser Summe sind die getätigten Investitionen, die Wertberichtigungen sowie die Kosten für die Liquidation und Lizenzrückgabe enthalten.

