Die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) zieht einen Strich unter die Onlinebank Radicant, mit der sie vor fünf Jahren an den Start ging. Wie die Baselbieter Kantonalbank am Donnerstag mitteilt, wird die Abwicklung der Online-Tochter das Ergebnis mit 102 Millionen Franken belasten – der Verlust wird durch die Auflösung von Reserven in der Höhe von 50 Millionen Franken abgefedert.
Der gescheiterte Einstieg ins Onlinebanking kostet die Eigner viel Geld. Seit dem Start im Jahr 2021 bis zum Abschluss der Liquidation erwartet die BLKB «aus heutiger Sicht Gesamtkosten von 180 bis 190 Millionen Franken». Mit dem Abschluss 2025 seien die erforderlichen Kosten für die getätigten Investitionen und die geplante Liquidation von Radicant vollumfänglich berücksichtigt. Es sollten also keine weiteren Kosten hinzukommen.
Bonus gestrichen
Operativ konnte die BLKB den Geschäftsertrag um 4,6 Prozent auf 499 Millionen Franken steigern. Der Konzerngewinn dagegen sank um 7,1 Prozent auf 154,5 Millionen. Ohne Griff in die Reserven wäre er viel tiefer ausgefallen. Die Zertifikats-Eigner erhalten eine gleichbleibende Dividende. Der Kanton erhält total 71,7 Millionen Franken.
Im Zuge der Radicant-Wirren trat BLKB-CEO John Häfelfinger Ende Juli 2025 zurück. Gemäss Geschäftsbericht erhielt er eine Entschädigung für 2025 in der Höhe von 844’926 Franken – darin inkludiert ist sein Fixlohn von 650’000 Franken für 12 Monate. Gestrichen wurde ihm der Bonus. Dieser betrug im Vorjahr 215’000 Franken.

