Irankrieg
Der UBS-Chef spricht von einem Inflationsdruck auf die Lieferketten, sieht keine wesentlichen Verschiebungen in der Asset-Allokation der Kunden. Gold bricht um 3 Prozent ein.
23. März 2026 • Beat Schmid

In der vierten Woche des Irankriegs bleibt die Lage höchst angespannt. Für Verunsicherung sorgt das Ultimatum von Donald Trump an den Iran, innerhalb von 48 Stunden die Strasse von Hormus freizuräumen – ansonsten würde seine Armee wichtige Energieinfrastrukturen zerstören. Am Montag gaben Aktien, US-Staatsanleihen und Gold (minus 3 Prozent) nach. Der Bitcoin legte am Montag zu, nachdem er zuvor unter die Marke von 70’000 Dollar gefallen war. Rohöl der Sorte Brent ist in diesem Jahr um mehr als 80 Prozent gestiegen und notiert derzeit bei rund 112 US-Dollar pro Barrel.

Am Montag äusserte sich UBS-Chef Sergio Ermotti zur Lage am Golf von Persien: «Die Energiepreise dürften auf absehbare Zeit hoch bleiben und damit gewissen Inflationsdruck auf die Lieferketten ausüben», sagte er in einem Interview mit Bloomberg TV in Peking. Insgesamt würde die UBS-Kundschaft ruhig bleiben: «Wir sehen keine wesentlichen Verschiebungen in der Asset-Allokation», sagte er. Gleichzeitig werde der wirtschaftliche Druck zunehmen und sich zunehmend auf die Märkte auswirken. Investoren seien weiterhin damit beschäftigt, einzuschätzen, wie lange es dauern wird, bis der Schock dieser Krise verarbeitet ist.

«Wir haben bereits früher in diesem Jahr gesehen, dass Kunden ihre Portfolios stärker diversifiziert haben», so Ermotti. Es habe eine grössere Streuung gegeben, mit einer Tendenz, sich teilweise von stark auf KI-Technologie fokussierten Anlagen zu lösen und breiter zu diversifizieren – ein Schritt, der sich in den letzten Wochen als sinnvoll erwiesen habe.

Die Bank habe Mitarbeitenden geholfen, die aus persönlichen oder Sicherheitsgründen mit ihren Familien umziehen mussten. Dank Notfallplanung bleiben die operativen Abläufe stabil – entweder an bestehenden Standorten oder mit Unterstützung aus Europa und anderen Regionen, sagte er. Der UBS-CEO äusserte sich auch zu möglichen Transaktionen. Die Bank führe ihr Geschäft nicht im «Stop-and-go»-Modus, aber im aktuellen Umfeld würde sie bei gewissen Investitionen taktisch auf die Bremse treten.

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