Corporate Governance
Die Salär-Pakete von CEOs enthalten immer öfter Einmaleffekte – das macht es für die Aktionäre zunehmend schwieriger, die Leistungen des Spitzenpersonals zu bewerten.
17. März 2026 • Beat Schmid

23,9 Millionen Franken für Stefan Bollinger. 18 Millionen für Giorgio Pradelli und 14,9 Millionen für Sergio Ermotti. Das Ranking der bestbezahlten Banker der Schweiz überrascht. Vor einem Jahr noch war der UBS-Chef die klare Nummer eins. Nic Dreckmann, der vor Bollinger die Privatbank als Interims-CEO ein Jahr lang führte, erhielt damals 5,8 Millionen Franken.

Klar, das Ranking ist speziell in diesem Jahr, da die Entschädigungen von Bollinger und Pradelli Einmaleffekte enthalten. Beim Bär-CEO sind es Ausgleichszahlungen für entgangene Boni von seinem früheren Arbeitgeber Goldman Sachs. Beim EFG-Chef Pradelli ist es ein spezielles Bonusprogramm, das während drei Jahren lief und nun fällig wurde. Es hat einen Umfang von 10,4 Millionen Franken und wird in drei Tranchen ausbezahlt.

Würde man diese «One-offs» abziehen, würde Sergio Ermotti an der Spitze liegen. Doch kann man das so sehen? Unternehmen haben die Tendenz, hohe Managerlöhne zu verschleiern. Vergleicht man die Entschädigungsberichte der letzten Jahre, fällt auf, dass es immer schwieriger wird, zwischen ausgewiesenen Entschädigungen fürs vergangene Jahr und den effektiv ausbezahlten Summen zu unterscheiden. Nur in den wenigsten Geschäftsberichten wird klar darauf hingewiesen, was dem CEO für ein Jahr zugeteilt wurde und was ihm effektiv ausbezahlt wurde.

Aus Sicht der Aktionäre sind die allein effektiv ausbezahlten Löhne entscheidend – inklusive der «One-offs». Es sind schliesslich sie, die diese Entschädigungen finanzieren. Deshalb müssten diese Beträge ihnen auch offen und transparent dargelegt werden. Wie wollen sie sonst beurteilen können, ob die Vergütung tatsächlich die erbrachte Leistung widerspiegelt?

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