Der KI-Liebling Anthropic hat neue KI-Agenten vorgestellt, die direkt auf die Wall Street abzielen. Die neuen Werkzeuge sollen ein breites Spektrum an Aufgaben in Finanzdienstleistungsunternehmen bewältigen können. «Wir veröffentlichen zehn einsatzbereite Agent-Vorlagen für die zeitaufwändigsten Aufgaben im Finanzdienstleistungsbereich: die Erstellung von Pitchbooks, die Prüfung von KYC-Unterlagen und den Monatsabschluss», teilte das Unternehmen am Dienstag in einem Presserlease mit.
Die Ankündigung erinnert an eine ähnlich gelagerte im Februar, als ein Automatisierungstool von Anthropic einen Kurseinbruch im Wert von 285 Milliarden Dollar bei Aktien auslöste. Betroffen waren damals vor allem Softwareunternehmen. Hinzu kam eine Ankündigung eines Start-ups namens Altruist. Diese kündigte an, mit den Werkzeugen Finanzberater zu unterstützen, um Strategien für Kunden zu personalisieren sowie Lohnabrechnungen, Kontoauszüge und weitere Dokumente zu erstellen.
Daraufhin rauschten die Titel grosser US-Vermögensverwalter in den Keller. Auch Schweizer Bankaktien reagierten. Die UBS und Julius Bär verloren knapp drei Prozent, EFG und VZ sogar über 4 beziehungsweise 5 Prozent. Allerdings haben sich die Aktien schnell wieder erholt.
Finanzdienstleister tauchen
Die Reaktion am Dienstag war ebenfalls stark. Betroffen waren vor allem Finanzdienstleister wie etwa FactSet Research Systems. Deren Titel tauchten um 8,1 Prozent, Morningstar gab mehr als 3 Prozent nach. Auch die Aktien von S&P Global und Moody’s gerieten unter starken Verkaufsdruck. Die Aktien von Thomson Reuters fielen um bis zu 5,1 Prozent.
Bereits am Montag wurde bekannt, dass Anthropic ein Joint Venture im Private-Market-Bereich mit Blackstone, Hellman & Friedman und Goldman Sachs eingeht. Das Joint Venture wird daran arbeiten, seine Software in weiteren Unternehmen einzusetzen. Ebenfalls kündigte Anthropic eine engere Verzahnung seines Claude-KI-Modells mit den Microsoft-Programmen Excel, PowerPoint und Outlook an.

