Milliardenanleihen
Amazon bereitet offenbar die Begebung einer grossen Frankenanleihe vor. Bereits im Februar beschaffte sich ein anderer Technologieriese in der Schweiz rekordhohe Mittel, die in den Aufbau der KI-Infrastrukturen fliessen.
13. Mai 2026 • Beat Schmid

Amazon bereitet offenbar eine grosse Emission am Schweizer Bondmarkt vor. Das Unternehmen hat laut einem Bericht von Bloomberg ein Bankenkonsortium aus BNP Paribas, Deutsche Bank und JP Morgan mit der Herausgabe einer sechsteiligen Frankenanleihe beauftragt.

Die Laufzeiten reichen von drei bis 25 Jahren. Laut einem Amazon-Sprecher sollen die aufgenommenen Mittel für allgemeine Unternehmenszwecke eingesetzt werden. Dazu würden Investitionen und Kapitalausgaben sowie die Rückzahlung fälliger Verbindlichkeiten gehören.

Im Kern jedoch steht der enorme Kapitalbedarf im Zusammenhang mit Investitionen in KI-Infrastrukturen. Amazon, Meta, Microsoft und Alphabet wollen dieses Jahr zusammen bis zu 725 Milliarden Dollar in KI-Rechenzentren, Hardware und weitere Investitionen stecken – deutlich mehr als bislang erwartet. Vom Infrastrukturboom profitieren auch etliche Schweizer Techfirmen, wie Tippinpoint berichtete.

Auch Google ist aktiv

Um an die enormen Mittel zu gelangen, weichen US-Technologiekonzerne zunehmend auf Märkte ausserhalb den USA aus, etwa Europa, wo es zuletzt mehrere grosse Bondplatzierungen gab. Die Absicht dahinter ist, sich auf der Finanzierungsseite breiter aufzustellen und die Abhängigkeit vom amerikanischen Bondmarkt zu reduzieren.

Die Google-Mutter Alphabet nahm im Februar rund 3 Milliarden Franken auf, was bis dahin eine der grössten Anleihenemissionen am Schweizer Markt war. Amazons Debüt am Euro-Bondmarkt stellte im März mit 14,5 Milliarden ebenfalls einen rekordhohen Wert dar.

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