Seit einem Jahr ist Swiss Steel nicht mehr an der Börse. Der letzte Handelstag war der 5. Juni 2025. Damals teilte das Unternehmen mit, dass die Gruppe den Geschäftsbericht und den nichtfinanziellen Bericht (Nachhaltigkeitsbericht) gemäss den geltenden Vorschriften veröffentlichen werde. «Der genaue Veröffentlichungstermin wird zu gegebener Zeit auf der Website des Unternehmens bekannt gegeben.»
Auf der Website wurde weder ein Veröffentlichungstermin noch der Geschäftsbericht für das Jahr 2025 publiziert. Lediglich der Sustainability Report wurde aufgeschaltet. Darin erfährt man Details über die Zahl der Erste-Hilfe-Einsätze, die gruppenweit geleistet wurden, oder darüber, wie viele Angestellte einen Migrationshintergrund haben. Wie es jedoch um die finanzielle Nachhaltigkeit von Swiss Steel bestellt ist, erfährt man nicht. Nicht einmal, wie viele Tonnen Stahl die Gruppe produziert hat.
Eine Sprecherin von Swiss Steel sagt dazu: Seit dem Delisting veröffentliche man keinen Geschäftsbericht «im klassischen Sinne» mehr. Man publiziere jedoch weiterhin «freiwillig» einen umfassenden Nachhaltigkeitsbericht.
Die Zugeknöpftheit erstaunt. Swiss Steel ist zwar nicht mehr an der SIX gelistet. Die Aktien sind bei der Handelsplattform LPZ-X der Bank Lienhardt & Partner allerdings weiterhin handelbar.
Gab Haefner Aktien ans Management?
Wäre es da nicht angebracht, Geschäftszahlen zu publizieren? Zumal der Free Float in den letzten zwölf Monaten grösser geworden ist? Denn: Beim Delisting vor einem Jahr kontrollierte AMAG-Erbe Martin Haefner noch knapp 90 Prozent der Aktien, sind es heute nur noch 83,22 Prozent, wie der Website von Swiss Steel zu entnehmen ist. Knapp 17 Prozent ist also Free Float. Fragen, warum Haefner seinen Anteil reduziert hat und vor allem, an wen die Aktien gegangen sind, liess der persönliche Sprecher von Martin Haefner unbeantwortet.
Es ist davon auszugehen, dass Haefner die Aktien nicht einfach in den «Markt» verkauft hat. Auch an einen neuen Grossaktionär dürften die Anteile kaum gegangen sein. Naheliegend ist vielmehr, dass Haefner die Aktien für Bonusprogramme des Managements eingesetzt hat. Da die Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr tiefrot ausgefallen sein dürften, wäre das ein Zückerchen, um die hoch bezahlten Manager um CEO Frank Koch bei Laune zu halten.

