Gemäss dem «Global Wealth Report 2026» verwaltete Hongkong zuletzt grenzüberschreitende Vermögen von rund 2,95 Billionen Dollar und lag damit knapp vor der Schweiz mit 2,94 Billionen Dollar. Rückenwind erhielt Hongkong insbesondere durch Vermögen aus China sowie den IPO-Boom im Jahr 2025.
Laut dem Bericht stieg das gesamte weltweite Finanzvermögen im Jahr 2025 trotz Zollstreit und Kriegen um 10,7 Prozent auf 333 Billionen Dollar. Rechnet man auch Sachwerte dazu, sind es fast 550 Billionen Dollar. Die grenzüberschreitend verwalteten Vermögen machen davon lediglich 15,7 Billionen US-Dollar aus, wobei die zehn grössten Finanzzentren fast 90 Prozent aller Offshore-Gelder verwalten.
Die Verschiebungen haben sich abgezeichnet. Hongkong festige seine Rolle als Tor Chinas zu den globalen Finanzmärkten. Gleichzeitig bleibe das Finanzzentrum damit aber stark abhängig von der wirtschaftlichen und regulatorischen Entwicklung auf dem chinesischen Festland, heisst es im Bericht.
«Diese Veränderungen gestalten die globale Vermögensverteilung neu», sagt Michael Kahlich, Managing Director und Partner bei BCG sowie Mitautor der Studie. «Wir beobachten, dass sich Vermögensbildung, grenzüberschreitende Kapitalströme und Investitionsökosysteme zunehmend auf eine kleinere Anzahl global vernetzter Zentren konzentrieren. Der Aufstieg Hongkongs spiegelt die wachsende Anziehungskraft der asiatischen Vermögens- und Kapitalmärkte wider.»
Sowohl Hongkong als auch Singapur dürften laut BCG ihre grenzüberschreitend verwalteten Vermögen bis 2030 jährlich um rund 9 Prozent steigern. Für die Schweiz erwartet die Beratungsgesellschaft im gleichen Zeitraum ein durchschnittliches Wachstum von rund 6 Prozent pro Jahr. Hongkong wird seinen Abstand zur Schweiz weiter ausbauen können, während Singapur den Abstand verkleinern wird.
Trotz der tieferen Wachstumsraten sieht BCG weiterhin Vorteile für die Schweiz. Während Hongkong und Singapur stark vom Wachstum in China abhängig seien, verfüge die Schweiz über eine breiter diversifizierte internationale Kundschaft. Geopolitische Unsicherheiten stärkten zudem die Rolle der Schweiz als sicherer Hafen. Laut BCG ziehen vermögende Kunden insbesondere aus volatileren Regionen wie dem Nahen Osten vermehrt Gelder in die Schweiz ab.
Der hohe und weiter steigende Anteil chinesischer Vermögen ist zugleich Hongkongs grösste Schwäche. Mit der zunehmenden Verwischung der Grenzen zwischen Hongkong und China stellt sich die Frage, ob in der ehemaligen britischen Kronkolonie verbuchte Gelder aus Festlandchina überhaupt noch als grenzüberschreitendes Geschäft gelten können.

