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Einbrechender Gewinn, schrumpfende Erträge und Abflüsse: Der Zürcher Asset Manager hat ein schwieriges Jahr hinter sich.
24. Februar 2026 • Beat Schmid

Die Bellevue Group hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Der Gewinn schrumpfte um 80 Prozent auf 1,9 Millionen Franken ein. Die verwalteten Kundenvermögen sanken um 5,3 Milliarden, ein Minus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Haupttreiber waren die unterdurchschnittliche Entwicklung des Healthcare-Sektors, Mittelabflüsse sowie die Abwertung des US-Dollars um 12,6 Prozent gegenüber dem Schweizer Franken. Da mehr als drei Viertel der Anlagen in Dollar denominiert sind, schlugen die Währungseffekte mit rund 550 Millionen Franken negativ zu Buche.

Entsprechend gingen um ein Viertel 52,6 Millionen zurück. Der Geschäftsaufwand sank um 16 Prozent auf 49,1 Millionen Franken. Besonders markant fiel der Rückgang beim Personalaufwand aus. Das Unternehmen reduzierte die Zahl der Vollzeitstellen von 85,5 auf 72,8. Die Cost-Income-Ratio stieg auf 86,4 Prozent.

Trotz des schwierigen Geschäftsgangs hat der Verwaltungsrat seine Honorare gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht. CEO von Bellevue Asset Management, Markus Peter, bezog 2025 eine Gesamtentschädigung von 793’000 Franken. Der frühere CEO der Gruppe, Gebhard Giselbrecht, erhielt 2024 eine Gesamtvergütung von 2,07 Millionen Franken. Im letzten Jahr baute Bellevue die Gruppenleitung um. Sie besteht nun aus drei Personen: CEO und Executive Chairman Veit de Maddalena, Markus Peter, CEO Bellevue Asset Management AG, sowie CFO Stefano Montalbano.

«Transformationsphase aus eigener Kraft»

Veit de Maddalena, exekutiver Verwaltungsratspräsident, spricht von einem «ausserordentlich anspruchsvollen Jahr». Die Unsicherheiten rund um US-Medikamentenpreise, Zölle, und Patentabläufe und der starke Dollarverfall hätten den Healthcare-Sektor insbesondere im ersten Halbjahr belastet.

Sogenannte nicht strategiekonforme Aktivitäten wurden reduziert oder verkauft. Die Private-Equity-Tochter Adbodmer AG ging im Rahmen eines Management-Buy-outs an das Management. Die UK-Aktivitäten werden zurückgefahren, das Deutschland-Geschäft auf eine reine Vertriebseinheit gestutzt.

Das laufende Jahr soll ein «Übergangsjahr» werden. Investitionen in die technologische Modernisierung der Investmentplattformen seien notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, heisst es im Ausblick. Bellevue verfüge über eine solide Bilanzstruktur, um diese Transformationsphase aus eigener Kraft zu finanzieren. Die eingeleiteten Massnahmen würden die Grundlage für künftiges profitables Wachstum legen.

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