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Die Zürcher Privatbank zieht pro Monat knapp eine Milliarde Franken Neugeld an. Die Kosten verharren auf hohem Niveau.
20. Mai 2026 • red.

Die Privatbank EFG International ist mit einem Gewinnanstieg und Neugeldzuflüssen ins Jahr 2026 gestartet. In den ersten vier Monaten erzielte das Institut einen Reingewinn von über 130 Millionen Franken. Positiv beigetragen hat ein Sondereffekt im Zusammenhang mit dem Lebensversicherungsportfolio, das sich in Abwicklung befindet.

Die verwalteten Vermögen (Assets under Management) stiegen per Ende April auf 190,2 Milliarden Franken. Das entspricht einem Plus von drei Prozent gegenüber Ende 2025 sowie einem Anstieg von 19 Prozent im Vergleich zum April 2025. Treiber waren laut der Bank Nettoneugeldzuflüsse und die positive Marktentwicklung.

Der Nettoneugeldzufluss belief sich auf 3,7 Milliarden Franken. Daraus ergibt sich eine annualisierte Wachstumsrate von sechs Prozent und damit das obere Ende der mittelfristigen Zielspanne der Bank. Die Ertragsmarge lag in den ersten vier Monaten 2026 bei 93 Basispunkten und damit auf dem Niveau des zweiten Halbjahres 2025. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis verbesserte sich leicht auf rund 70 Prozent.

Aktie 12 Prozent im Minus

An der Börse hatten es die EFG-Titel zuletzt schwer. Seit Anfang Jahr beträgt das Minus 12 Prozent. Die Marktkapitalisierung beträgt 5,33 Milliarden Franken. Julius Bär liegt seit Anfang Jahr 2,2 Prozent im Plus, bei Vontobel sind es 6 Prozent.

Die Kernkapitalquote (CET1) erhöhte sich von 14,0 Prozent per Ende 2025 auf 14,7 Prozent. Die Gesamtkapitalquote stieg auf 18,1 Prozent. In den ersten vier Monaten des Jahres traten 25 neue Kundenberater (Client Relationship Officers) ein, weitere 26 befinden sich laut EFG im Vertragsprozess oder haben bereits unterschrieben. Gleichzeitig haben auch etliche Kundenberater die Bank wieder verlassen. Ende April lag die Zahl konzernweit bei 761, Ende 2025 waren es 763 CROs.

«Wir sind stark in den neuen Strategiezyklus gestartet und haben unsere Kunden dabei unterstützt, mit geopolitischen Unsicherheiten und Marktvolatilität umzugehen», sagte CEO Giorgio Pradelli, der in diesem Jahr das Präsidium der Bankiervereinigung übernehmen wird.

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