Der Bankenombudsmann hatte im letzten Jahr mehr zu tun. Die Stelle bearbeitete 1080 schriftliche Fälle, was einer Zunahme von 20 Prozent entspricht. Hinzu kommen noch knapp 1500 telefonisch abgewickelte Fälle. Bei rund einem Drittel der schriftlich bearbeiteten Fälle geht es um Betrug (316 Fälle). Danach folgen Abwicklungsprobleme, meist im Bereich Konto und Zahlungsverkehr.
An dritter Stelle folgen Fälle, die der Bankenombudsmann als «Restriktion Finanzinstitut» beschreibt. In insgesamt 168 Fällen wandten sich Bankkunden schriftlich an die Ombudsstelle, wenn ein Institut die Aufnahme einer Geschäftsbeziehung, den Abschluss eines Geschäfts, die Erbringung einer Dienstleistung oder die Befolgung einer Weisung ablehnt, wie es im Geschäftsbericht heisst.
Seit 2019 erfasst die Ombudsstelle Vorfälle von bankseitigen Dienstleistungsverweigerungen. Gab es im ersten Jahr 35 gemeldete Restriktionen, waren es 2025 bereits 168 – eine Zunahme um mehr als 380 Prozent. Am häufigsten meldeten Kunden Einschränkungen bei Konten, Transaktionen sowie Debit- oder Kreditkarten. Fälle dieser Art nahmen von 25 im Jahr 2019 auf 110 im Jahr 2025 zu (+340 Prozent) (siehe Chart). Mündlich gemeldete «Restriktionen» sind im Geschäftsbericht nicht ausgewiesen.
Effektiv dürften die Zahlen deutlich höher liegen
Die Statistik des Ombudsmanns kann daher nur Hinweise auf das Problem des sogenannten Debankings lieern. Effektiv dürften die Zahlen deutlich höher liegen, da viele Betroffene diese Anlaufstelle gar nicht kennen. Klar ist aber: Die Fälle nehmen zu. Ein Grund ist, dass Banken heute deutlich genauer prüfen, mit wem sie eine Kundenbeziehung eingehen – und mit wem nicht. Regulierungen im Bereich der sogenannten Compliance wurden in den letzten Jahren stark verschärft.
Um Risiken zu vermeiden, handeln Banken häufig vorsorglich und beenden lieber eine Kundenbeziehung zu viel als eine zu wenig. Dass in der Schweiz zuletzt vermehrt über Kontoschliessungen berichtet wurde, hängt auch mit der Übernahme der Credit Suisse durch die UBS zusammen. Im Zuge der Integration hat die Grossbank zahlreiche Kundenbeziehungen überprüft und sich von solchen getrennt, die sie nicht weiterführen wollte.
Wie der Bankenombudsmann Andreas Barfuss an einer Medienorientierung diese Woche sagte, sei die Übernahme der CS durch die UBS «geräuschfrei abgelaufen». Man habe nichts wahrgenommen, was auf eine ausserordentliche Situation hingedeutet hätte.

