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Die Privatbanken-Gruppe kann den Gewinn leicht steigern – allerdings weniger aus operativer Stärke, sondern wegen Bilanzeffekten.
30. März 2026 • Beat Schmid

Die Privatbank-Gruppe J. Safra Sarasin weist per Ende 2025 verwaltete Vermögen von 228 Milliarden Franken aus – ein leichtes Plus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Netto-Neugeld beträgt 2,7 Milliarden Franken.

Das klassische Zinsgeschäft war rückläufig. Der Bruttoerfolg sinkt von 612,2 Millionen auf 525,6 Millionen Franken (-14%). Auffällig ist jedoch die starke Verbesserung bei den Wertberichtigungen für Ausfallrisiken: Statt eines leicht negativen Effekts im Vorjahr (+0,6 Millionen) ergibt sich 2025 ein positiver Beitrag von 148,3 Millionen Franken. Dadurch steigt das Nettoergebnis aus dem Zinsgeschäft insgesamt auf 673,9 Millionen Franken (+10%).

Das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft war stabil. Der Gesamtertrag steigt von 680,3 Millionen auf 702,6 Millionen Franken (+3%). Das Wertschriftengeschäft legt moderat zu, und auch die sonstigen Dienstleistungen wachsen leicht. Demgegenüber steigen die Kommissionsaufwendungen spürbar. Das Handelsergebnis hingegen geht deutlich zurück – um 14 Prozent von 368,9 Millionen Franken auf 317,8 Millionen Franken.

Personalkosten steigen an

Auf der Kostenseite steigen die Ausgaben für das Personal um rund 35 Millionen Franken (+5%). Die Abschreibungen verdoppeln sich nahezu, und auch Rückstellungen sowie Verluste nehmen zu. Insgesamt wachsen die operativen Kosten stärker als die Erträge. Das führt zu einem Rückgang des Betriebsergebnisses von 847,6 Millionen auf 819,5 Millionen Franken. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis verschlechtert sich leicht auf 48,6 Prozent – bleibt jedoch im Branchenvergleich auf einem sehr tiefem Niveau.

Positiv wirkt ein ausserordentlicher Ertrag von 38,3 Millionen Franken, der im Vorjahr nicht vorhanden war. Gleichzeitig sinkt die Dotierung der Reserven für allgemeine Bankrisiken deutlich (minus 186 Millionen gegenüber minus 255 Millionen Franken), was das Ergebnis zusätzlich stützt. Demgegenüber steht ein starker Anstieg der Steuerbelastung (von 88,1 Millionen auf 149,5 Millionen Franken). Unter dem Strich steigt der Konzerngewinn leicht von 504,5 Millionen auf 522,3 Millionen Franken.

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