«Ich liebe die UBS immer noch, aber das ist nicht das Wesentliche», sagte Helene Budliger Artieda, die Direktorin des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), am Mittwoch an einem Gespräch bei Bloomberg an der Zürcher Bahnhofstrasse. Ihre Aussage bezieht sich auf ein früheres Zitat von ihr, das sie letzten Herbst machte. Worum es jetzt gehe, liege in den Händen des Parlaments. Es werde entscheiden, welche Vorschriften die UBS einhalten muss, wenn die Bank in der Schweiz bleibe.
Unternehmen zu lieben, gehöre quasi zu ihrem Job, meinte Budliger. Die meisten Leute würden zwar immer denken, dass das Seco, das bekanntlich eng mit dem Privatsektor verbunden ist, nur darauf schaue, dass die Unternehmen Geld verdienen. Das sei aber nicht so. Dafür zu sorgen, dass es Arbeitsplätze gebe, dass Schweizerinnen und Schweizer einen Job haben, das «ist es eigentlich, was mich antreibt, und deshalb schätze ich alle Unternehmen».
«Und deshalb finde ich es gut, dass wir in der Schweiz eine Bank mit einem solchen Ruf und einer solchen Grösse haben», sagte Budliger weiter. Aber das ist keine Selbstverständlichkeit. «Die Regierung hat entschieden, wie sie die Dinge sieht und wie sie mit Risiken umgehen will. Und nun ist es am Parlament zu entscheiden, wie es die Lage einschätzt und was für die Schweiz das Richtige ist.»
Gute Chancen für 15 Prozent
Budligers wichtigstes Dossier sind nicht die Banken, sondern die Handelsdiplomatie. Mit Blick auf den Zollstreit mit den Amerikanern sagte sie, dass gute Chancen bestünden, dass die Schweiz ein dauerhaftes Handelsabkommen mit den USA zu Zollsätzen von 15 Prozent abschliessen werde.
«Gleiche Wettbewerbsbedingungen sind für uns das ideale Szenario», sagte Helene Budliger Artieda im Gespräch mit dem stellvertretenden Chefredakteur von Bloomberg News, Reto Gregori, am Mittwochabend. Schweizer Unternehmen «legen zwar Wert auf die Höhe der Zölle, aber mittlerweile ist ihnen die Vorhersehbarkeit und Stabilität dieser Höhe fast noch wichtiger», sagte sie.
Der Präsident der Nationalbank, Martin Schlegel, hat die vom Bundesrat vorgeschlagenen Kapitalanforderungen für die Grossbank UBS erneut als angemessen bezeichnet. Die Anforderungen des Bundesrats, die nationale Unterstützung hätten, seien «sicher nicht überzogen», sagte Schlegel am Mittwoch in Zürich im Rahmen eines Referats bei der Swiss Risk Association.

