Die grössten Schweizer Sach- und Haftpflichtversicherer hinken beim Klimaschutz hinterher. Laut einer Untersuchung der Organisation Campax hat keiner der acht grössten Anbieter Richtlinien, die mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens vereinbar sind. Das NGO hat dabei die Rolle der Versicherer als Asset Manager und als Underwriter betrachtet.
Die besten Ergebnisse im sogenannten Klima-Check erzielt Generali. Das Unternehmen hat als erstes Schritte unternommen, um den Ausbau neuer Öl- und Gasanlagen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Versicherung auszuschliessen. Dennoch gebe es auch bei ihr noch Luft nach oben.
Am anderen Ende der Rangliste steht die Vaudoise. Ihre Investitionsrichtlinien seien «schwach und unpräzise». Zwar werden offiziell Unternehmen im Bereich Kohle sowie unkonventionelles Öl und Gas ausgeschlossen, doch bleibe unklar, wie diese Definitionen konkret angewandt werden. Auch auf Nachfrage habe das Unternehmen dazu keine Angaben gemacht.
Positiv zu vermerken SEI, dass sich die Baloise bereits 2022 dazu entschied, Versicherungsdeckungen von fossilen Anlagen nicht mehr anzubieten. Auch die Mobiliar gibt an, in diesem Bereich nicht aktiv zu sein.
Laut der Organisation hätten die unzureichenden Klimastrategien der Versicherungen gravierende Konsequenzen. So seien beim Flüssiggas-Terminal Calcasieu Pass in den USA Swiss Re, AXA, Allianz, Zurich und Helvetia involviert. Das Terminal verursache erhebliche Treibhausgasemissionen und schade der lokalen Bevölkerung.
Nora Scheel, Senior Campaignerin bei Campax, sagt, dass «Schweizer Versicherungen mit ihren Geschäften zur Klimaerhitzung beitragen». Ironischerweise, so Campax, würden die Versicherungen mit ihrer Untätigkeit nicht nur das Klima, sondern auch ihr eigenes Geschäftsmodell gefährden. Die Organisation verweist dabei auf die zunehmende Zahl von Naturkatastrophen, die hohe Kosten verursachen werden.
Allerdings können Versicherungen sich weitgehend schadlos halten, indem sie höhere Prämien verlangen oder gewisse Risiken gar nicht mehr decken. Die Untersuchung kann hier heruntergeladen werden.