CS First Boston
Die Grossbank vergütet dem künftigen Chef von CS First Boston Beratungsdienste in Zusammenhang mit der Abspaltung der Investmentbank.
15. März 2023 • Beat Schmid

Auch das noch: Die Credit Suisse zahlt ihrem Ex-Verwaltungsrat Michael Klein ein Beratungshonorar von 10 Millionen Dollar. Damit soll seine Unterstützung für die Ausgliederung der Investmentbank abgegolten werden. Dies geht aus dem gestern veröffentlichten Geschäftsbericht hervor.

Demnach trafen die Credit Suisse und Klein eine entsprechende Vereinbarung im Oktober 2022. Kleins Boutique sei beauftragt worden, “die Gruppe (also die CS) im Zusammenhang mit der vorgeschlagenen Ausgliederung der CS First Boston strategisch zu beraten und zu unterstützen, wobei vereinbart wurde, dass Michael Klein den von The Klein Group LLC für die Gruppe zu erbringenden Dienstleistungen viel Zeit und Aufmerksamkeit widmen wird”, heisst es im Geschäftsbericht.

Und weiter: “Der Zweck dieses Mandats war es, Michael Kleins Dienste im Zusammenhang mit der Gründung der CS First Boston in der Zeit zwischen dem 27. Oktober 2022 und dem Datum des Inkrafttretens seines Arbeitsvertrags als Mitglied der Geschäftsleitung (...) zu sichern und die Unterstützung von The Klein Group LLC bis zum Abschluss der Übernahme zu erhalten. Das Beratungshonorar im Rahmen dieses Mandats belief sich auf 10 Millionen Dollar.”

Schon vor der Abspaltung involviert

Breits vor Oktober 2022 war Michael Klein involviert bei der Abspaltung der Investmentbank. Als Verwaltungsrat der CS leitete er einen Spezialausschuss, der strategische Optionen des CS-Investmentbankings auslotete. Später gab er die Empfehlung ab, das Corporate-Finance-Geschäft auszugliedern.

Am 9. Februar gab die Credit Suisse bekannt, dass Klein zum CEO Banking und regionalen CEO Americas sowie zum CEO der CS First Boston und zum Mitglied der Geschäftsleitung ernannt wird. Die Übernahme von Kleins Miniboutique – sie besteht im Wesentlichen aus ihm selbst, seinem Bruder und wenigen weiteren Mitarbeitern – wird voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2023 abgeschlossen sein.

Als CS-Verwaltungsratsmitglied erhielt Klein bis zu seinem Rücktritt am 27. Oktober eine Vergütung von 204’000 Franken.

MEHR ZUM THEMA


Minus 160 Milliarden Franken - CS verliert 40 Prozent aller Kundeneinlagen

Die Kunden entzogen der Grossbank Einlagen in der Höhe von 160 Milliarden Franken. Die Depositen reichen nicht mehr, um die Kredite zu decken.
15. März 2023

Neues Bonusprogramm für die Konzernleitung macht sprachlos

Auch im Katastrophenjahr verdienten die CS-Chefs Millionen. Und 2023 soll es noch mehr geben – dank eines neuen Bonusprogramms. Die Begründung lässt sich nur schwer nachvollziehen. Ein Kommentar.
14. März 2023

Die Credit Suisse steht kurz davor, den nächsten Skandal zu produzieren

Bei der Grossbank bahnt sich ein skandalöser Deal mit Ex-Verwaltungsrat Michael Klein an. Der CS-Verwaltungsrat muss dieses einseitige Geschäft abschmettern. Ein Kommentar.
11. Januar 2023

Zahlt die CS Hunderte Millionen für eine Firma mit drei Beschäftigten?

Die Grossbank soll Michael Klein, dem designierten Chef der CS First Boston, einige hundert Millionen für dessen Beratungsunternehmen zahlen. Gemäss Linkedin zählt die Firma aber nur drei Beschäftigte.
10. Januar 2023

Der grosse Gewinner heisst: Michael Klein

CS-Verwaltungsrat Michael Klein war der Kopf des Umbaus der Investmentbank. Jetzt wird er CEO der künftig unabhängigen CS First Boston.
27. Oktober 2022
Newsletter-Abo