Governance
Ewald Burgener wechselt nächstes Jahr nahtlos in den Verwaltungsrat und soll ab 2028 Präsident des Gremiums werden – mit dem Segen der Finma.
5. Februar 2026 • Beat Schmid

Vom CEO zum Verwaltungsratspräsident – ein Karriereschritt, der oftmals mit Nasenrümpfen quittiert wird. Nichtsdestotrotz scheint sich dieser unter Governance-Aspekten heikle Karrieremove immer grössere Verbreitung zu finden. Auch bei den Banken.

So ist es ein offenes Geheimnis, dass UBS-Chef Sergio Ermotti einen Wechsel in den Verwaltungsrat anstrebt. Bereits entschieden ist diese Nachfolgeregelung bei der Valiant. Wie die Bank am Donnerstag bekanntgab, wird Markus Gygax, der amtierende Präsident des Verwaltungsrats, an der Generalversammlung 2028 nicht mehr zur Wiederwahl antreten. Ewald Burgener, CEO von Valiant, soll auf diesen Zeitpunkt seine Nachfolge antreten.

«Um potenzielle Interessenskonflikte zwischen den Positionen des CEO und des Präsidenten zu vermeiden, wird Ewald Burgener mit der Generalversammlung 2027 seine Funktion als CEO abgeben und anlässlich einer Cooling-Off-Periode vorerst für ein Jahr zur Wahl als einfaches Mitglied in den Verwaltungsrat vorgeschlagen», schreibt die Bank.

Kein Cooling-off

Mit seinem nahtlosen Wechsel von der Geschäftsleitung in das höchste Leitungsgremium wird Burgener allerdings keine Cooling-Off-Periode im eigentlichen Sinn absolvieren. Ein echtes Cooling-off würde bedeuten, dass er während mehrerer Monate seine Tätigkeit für die Bank unterbricht. Eine einfache Mitgliedschaft im Verwaltungsrat ist kein Cooling-off.

Für die Finma scheint das kein Problem zu sein. Diese «Lösung» sei mit der Finanzmarktaufsicht abgestimmt worden, wie Valiant schreibt. Sie soll «sowohl einer guten Unternehmensführung als auch den Interessen der Bank Rechnung» tragen. Rechtlich vorgeschrieben sind Abkühlphasen nicht. Wer Burgener als CEO ablösen wird, ist noch nicht bestimmt. Die Suche sei am Laufen.