Die Ölpreise haben am Freitagmorgen nochmals leicht nachgegeben. Die Sorte Brent kostete 98 US-Dollar je Barrel. Damit reagierten die Märkte auf die seit Mitternacht geltende brüchige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon. Auch in den Verhandlungen um eine Beendigung des Kriegs mit dem Iran scheint es Fortschritte zu geben. «Wir sind sehr nahe dran an einem Abkommen», sagte Donald Trump. Sollte es nötig sein, werde er die noch bis Mittwoch dauernde Waffenruhe verlängern, sagte Trump.
An den Finanzmärkten scheinen die Investoren bereits einen Schritt weiter zu sein. Für Aktieninvestoren ist der Krieg abgehakt. In den USA liegt der S&P 500 bereits wieder höher als vor Kriegsbeginn Ende Februar. Am Mittwoch und Donnerstag erreichte er sogar Rekorde. Am Donnerstag stieg auch der japanische Nikkei-Index auf einen Höchststand, ebenso der Weltindex MSCI World.
Risikoappetit nimmt tendenziell ab
Am Freitag dagegen gab es in Asien einen leichten Taucher. Die Rekordrally ist damit ins Stocken geraten. Das hat aber primär weniger mit neuen Ängsten zu tun, sondern mit dem Umstand, dass Anleger vor dem Wochenende Gewinne mitgenommen und Positionen reduziert haben. Der MSCI All Country World Index, einer der breitesten Indikatoren für die weltweite Aktienentwicklung, gab um 0,1 Prozent nach. Zuvor hatte er zehn Tage in Folge zugelegt und am Donnerstag ein neues Allzeithoch erreicht. Der SMI dagegen liegt noch über 800 Punkte unter dem Hoch von Anfang März.
Klar ist aber auch: Die Märkte sind sehr hoch bewertet, und der Risikoappetit nimmt tendenziell ab. So legte Gold zuletzt wieder leicht zu und handelt aktuell bei etwa 4800 US-Dollar pro Unze – ein Zeichen für allgemeine Vorsicht. US-Staatsanleihen und der Dollar bleiben hingegen stabil.

