Das Urteil erging rund fünf Jahre nach dem spektakulären Zusammenbruch von Greensill Capital. Greensill akzeptierte die Sanktion und beendete damit ein laufendes Gerichtsverfahren. Zuvor hatte er noch versucht, sich gegen die Massnahme zu wehren.
Die britischen Behörden kamen zum Schluss, dass Greensill gegen seine Pflicht verstossen habe, als Firmenchef mit der erforderlichen «Sorgfalt, Kompetenz und Umsicht» zu handeln. Wie britische Medien berichten, liegt die neunjährige Sperre deutlich über der durchschnittlichen Dauer vergleichbarer Berufsverbote.
Der Fall steht im Zusammenhang mit der Credit Suisse beziehungsweise mit Transaktionen Ende 2020, durch die die sogenannten Greensill-Fonds der CS einen Schaden von 440 Millionen Dollar erlitten.
Der Zusammenbruch von Greensill Capital brachte die Credit Suisse in massive Schwierigkeiten, von denen sie sich letztlich nie mehr erholen sollte. In den Supply-Chain-Fonds waren zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs des Greensill-Konstrukts rund 10 Milliarden Dollar investiert.
Ursprünglich hatte die britische Insolvenzbehörde sogar ein Berufsverbot von bis zu 15 Jahren gefordert. Neben den Verlusten bei der Credit Suisse warf sie Greensill vor, Versicherern und dem Verwaltungsrat seines Unternehmens irreführende Angaben zu Versicherungspolicen gemacht zu haben.
440 Millionen zweckentfremdet
Die nun veröffentlichte Vereinbarung erwähnt ausschliesslich Vorwürfe im Zusammenhang mit den Credit-Suisse-Fonds. Konkret heisst es in der Mitteilung: «Ende 2020 veranlasste er (Lex Greensill) die Unternehmen, eine Reihe von Transaktionen mit dem US-Bauunternehmen Katerra abzuschliessen, durch die der Investitionsschutz für einen Fonds der Credit Suisse aufgehoben wurde.»
Der australische Geschäftsmann habe ausserdem veranlasst oder zugelassen, dass die im November 2020 erhaltenen 440 Millionen Dollar für andere Zwecke als die Rückzahlung des Fonds verwendet wurden.

