Die UBS ist an US-Gericht gelangt, um eine Klage ihres früheren Traders Tom Hayes abzuweisen. Hayes wirft der Grossbank vor, ihn während des Libor-Manipulationsskandals den internationalen Strafverfolgungsbehörden «auf dem Silbertablett serviert» zu haben, um die Bank und deren oberste Führungsebene zu schützen.
Der Hintergrund: Hayes war 2015 in Grossbritannien wegen Manipulation des Referenzzinssatzes schuldig gesprochen worden. Das Urteil löste eine Welle weiterer Strafverfahren gegen Banker und Händler aus. Trotz mehrerer Berufungen blieb das Verdikt bestehen, bis der britische Supreme Court die Verurteilung im Juli dieses Jahres letztinstanzlich aufhob.
Tom Hayes war eine der zentralen Figuren im Libor-Skandal, den von über 10 Jahren die UBS und anderen Banken erschütterte. Weltweiten Ermittlungen zur Manipulation des Leitzinses führten zu Bussen von insgesamt fast 10 Milliarden Dollar gegen ein Dutzend Banken und Brokerhäuser. UBS zahlte zur Beilegung verschiedener Verfahren Strafzahlungen von über 1,5 Milliarden Dollar. Die Ermittlungen wurden damals vom US-Justizministerium angeführt.
Vorwurf «Forum Shopping»
Tom Hayes reichte seine 400-Millionen-Klage gegen UBS im vergangenen Oktober ein. Er argumentiert, UBS habe ihn während der Ermittlungen zum Sündenbock gemacht und sein Leben «irreversibel zerstört». Die UBS-Anwälte erklärten gemäss einen Bloomberg-Bericht nun vor dem zuständigen Gericht in Connecticut, die Vorwürfe von Hayes seien haltlos. Zudem es ein klassischer Fall von sogenanntem «Forum Shopping», dass Hayes seine Klage ausgerechnet dort eingereicht habe – obwohl er britischer Staatsbürger sei und in England angeklagt sowie verurteilt worden sei.
Der ehemalige Zinshändler der Grossbank könne nicht nachweisen, «dass UBS ihn strafrechtlich verfolgt oder seine Strafverfolgung initiiert hat», noch dass die Bank «böswillig gehandelt» habe, erklärten die Anwälte der UBS.

