Jetzt hat Raiffeisen die Reissleine gezogen. Ein Umbau der Beteiligungsverhältnisse bei der Zürcher Derivate-Boutique Leonteq hatte sich abgezeichnet, nachdem der Aktionärsbindungsvertrag ausgelaufen war.
Wie die Genossenschaftsbank am Montag mitteilt, hat sie 22,71 Prozent ihrer Beteiligung an Leonteq verkauft. 16,2 Prozent beziehungsweise drei Millionen Aktien hat Raiffeisen Schweiz an H21 Macro verkauft. Dabei handelt es sich um das Investmentvehikel von Rainer-Marc Frey (Bild). Der Hedgefonds-Manager baut mit dem Kauf seinen Einfluss bei Leonteq wieder aus. Neu kommt er auf einen Anteil von knapp über 23 Prozent.
Wie Raiffeisen mitteilt, hat sie weitere 6,49 Prozent beziehungsweise 1,2 Millionen Aktien an vier Privatinvestoren veräussert. Damit reduziert Raiffeisen Schweiz ihre Beteiligung an Leonteq von 29,7 auf knapp über 7 Prozent. Der Abschluss der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörden und wird spätestens im dritten Quartal 2026 erwartet.
Mit diesen Transaktionen beendet Raiffeisen Schweiz ihre Rolle als Ankeraktionärin und fokussiert sich auf die operative Zusammenarbeit mit Leonteq, heisst es weiter. Der Kooperationsvertrag von Raiffeisen Schweiz mit Leonteq ist folglich nicht betroffen und läuft weiterhin bis im März 2030.
Der Unternehmenswert von Leonteq ist zuletzt deutlich gesunken. Insgesamt wird die Firma noch mit 210 Millionen Franken bewertet. Der Anteil von Rainer Marc Frey beträgt somit rund 50 Millionen Franken. Raiffeisen musste Mehrfach Millionen auf der Beteilung abschreiber. Zuletzt vor einem Jahr, als sie 82,4 Millionen Franken abschrieb. Seither hat der Kurs nochmal über 36 Prozent angegeben. Raiffeisen machte keine Angaben zu einem möglichen neuen Abschreiber.

