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Die Derivateboutique schreibt einen Nettoverlust von 33,7 Millionen Franken. Mitarbeiter müssen Gürtel enger schnallen. Neuer Chairman kommt von der ZKB.
12. Februar 2026 • Beat Schmid

Leonteq hat 2025 tiefrote Zahlen geschrieben. Der Zürcher Derivatespezialist weist für das vergangene Geschäftsjahr einen Verlust von 33,7 Millionen Franken aus, nachdem 2024 noch ein Gewinn von 5,8 Millionen Franken resultiert hatte. Haupttreiber waren deutlich tiefere Erträge aus Gebühren und Handel – trotz Kostensenkungen und einer Belebung des Kundengeschäfts in der zweiten Jahreshälfte.

Der Betriebsertrag brach im Jahresvergleich um 28 Prozent auf 172,3 Millionen Franken ein. Während die Netto-Gebührenerträge um 17 Prozent zurückgingen, drehte das Handelsergebnis mit minus 3,1 Millionen Franken in den roten Berich. Auf der Kostenseite senkte das Unternehmen die Aufwendungen um 11 Prozent auf 205 Millionen Franken, bereinigt um 16 Prozent. Unter dem Strich blieb jedoch ein operativer Verlust vor Steuern von 33,3 Millionen Franken.

Besonders hart traf es die Beschäftigten. Der Personalaufwand sank im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 103,7 Millionen Franken (2024: 123,9 Millionen Franken). Gründe dafür sind geringere Kosten für aufgeschobenen Vergütungen, deutlich tiefere Bonusrückstellungen für das laufende Jahr sowie ein Rückgang der fixen Lohnkosten. Das Unternehmen baute 7 Prozent oder 35 Vollzeitstellen ab. Gleichzeitig baute die Gruppe ihren Standort in Lissabon aus. Per Ende 2025 beschäftige Leonteq in Portugal 100 Personen (Headcount) oder 26 Prozent der Gesamtbelegschaft. Ziel ist es, diesen Anteil bis Ende Jahr auf 30 Prozent zu erhöhen.

Keine Dividende – aber Rückkauf geplant

Immerhin: Die harte Kernkapitalquote (CET1) stieg auf 16,9 Prozent und liegt damit deutlich über der eigenen Zielgrösse. Der Anstieg ist unter anderem auf den vorzeitig abgeschlossenen Wechsel in das neue regulatorische Regime zurückzuführen, der die risikogewichteten Aktiven im Marktgeschäft spürbar senkte.

Der Verwaltungsrat schlägt einen Dividendenverzicht für 2025 vor. Überschüssiges Kapital soll frühestens 2027 über ein Aktienrückkaufprogramm an die Aktionäre zurückfliessen – sofern sich die Kapitalbasis nachhaltig über der Marke von 15 Prozent stabilisiert. Man kann hoffen, dass diese Pläne mit den grossen Aktionären abstimmt wurden. Letztes Jahr kam es in dieser Frage zu gröberen Unstimmigkeiten.

Lichtblicke im zweiten Halbjahr

Operativ zeigte sich im zweiten Halbjahr eine gewisse Stabilisierung. Die Fee-Produktion zog nach dem schwachen Sommer an, das Emissionsvolumen legte zweistellig zu und die Zahl der neu aufgelegten Produkte erreichte einen Rekordwert. Gleichzeitig bleiben die Margen unter Druck. CEO Christian Spieler spricht von einem «unbefriedigenden Ergebnis», verweist auf die zunehmende Dynamik im Kundengeschäft und die strategischen Fortschritte bei der Neuausrichtung des Unternehmens.

Für 2026 stellt das Management wieder schwarze Zahlen in Aussicht – sowohl im ersten Halbjahr als auch auf Gesamtjahressicht. Die mittelfristigen Finanzziele werden nun allerdings erst für 2028 erwartet.

Gleichzeitig gab die Bank einen Wechsel an der Spitze des Verwaltungsrats bekannt. Felix Oegerli soll an der Generalversammlung Anfang April 2026 zum neuen Chairman gewählt werden. Der 1961 geborene Schweizer war bis Mai 2025 über elf Jahre Head of Trading, Sales and Capital Markets bei der Zürcher Kantonalbank. Er sitzt unter anderem im Verwaltungsrat der Swiss Finance & Property Group AG.

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