UBS-Chef Sergio Ermotti will den Integrationsprozess der Credit Suisse bis ganz zum Schluss begleiten. Gleichzeitig will er in den nächsten 12 Monaten die Bank durch den laufenden regulatorischen Prozess führen. «Ich werde mindestens bis April nächsten Jahres bleiben – und danach sehen wir weiter», sagte Ermotti gemäss Reuters bei einer Veranstaltung des International Center for Monetary and Banking Studies.
Zu seinem möglichen Nachfolger hat Ermotti ebenfalls eine Meinung. Vor dem Publikum sagte er, dass er eine interne Lösung bevorzuge. Die Bank verfüge bereits über geeignete Kandidaten. «Und wenn der Zeitpunkt kommt, wird es darum gehen, die Person entsprechend den dann geltenden Anforderungen der Bank auszuwählen», sagte der 65-jährige Tessiner Banker.
Für eine grosse Überraschung sorgte Ermotti mit seinen Äusserungen nicht. Dass der Banker noch einige Zeit an der Spitze der Bank bleiben möchte, ist hinlänglich bekannt. Auch, dass er später am liebsten in den Verwaltungsrat der Bank wechseln würde. Das Problem beim Wechsel ist, dass Ermotti eine Abkühlphase einlegen müsste. Diese könnte genau in die entscheidende Phase der Regulierung fallen.
Interessant ist, dass der UBS-Chef eine interne Nachfolgelösung bevorzugt. Ob das der Verwaltungsrat auch so sieht? Zuletzt gab es Zweifel, ob das Kandidatenfeld tatsächlich stark genug ist. Seit Chairman Colm Kelleher die Nachfolge Ende 2023 selbst thematisiert hatte, kursieren weitgehend die gleichen internen Namen: die beiden Co-Wealth-Management-Chefs Rob Karofsky und Iqbal Khan sowie COO und Europa-Chefin Bea Martin. Neu zum Kreis der möglichen Kandidaten zählt Aleksandar Ivanovic, Chef der Asset-Management-Sparte.

