Krypto in der Vorsorge
Das Zürcher Wealthtech macht die Ur-Digitalwährung zum festen Bestandteil der Asset Allocation. Die Bitcoin-Beimischung erfolgt über ein Produkt von Blackrock.
11. Mai 2026 • Beat Schmid

Der digitale Vermögensverwalter Descartes integriert Bitcoin neu fest in die strategische Asset Allocation seiner Säule-3a- und Freizügigkeitslösungen. Nach Angaben des Unternehmens ist Descartes damit der erste digitale Vermögensverwalter der Schweiz, der Kryptowährungen nicht nur als optionale Beimischung anbietet, sondern systematisch in Vorsorge-Musterportfolios berücksichtigt.

Die neuen Strategien stehen ab sofort zur Verfügung. Je nach Risikoprofil beträgt die Bitcoin-Allokation zwischen 1 und 5 Prozent. Im Unterschied zu sogenannten «Execution-only»-Angeboten, bei denen Kundinnen und Kunden selbst über eine Krypto-Allokation entscheiden, übernimmt Descartes die Allokationsentscheidung im Rahmen des eigenen Anlageprozesses. Das Unternehmen entscheide auf Basis von quantitativen Portfolioanalysen und wissenschaftlich basierten Risikomodellen.

Laut Descartes verbessere eine moderate Bitcoin-Beimischung die Sharpe-Ratio eines Portfolios und damit das Verhältnis von Rendite zu Risiko, ohne das Gesamtrisiko wesentlich zu erhöhen. Die Bitcoin-Exposition erfolgt über regulierte Exchange Traded Products (ETPs), die an der SIX Swiss Exchange kotiert sind. Als Partner für die Produkte nennt Descartes den Vermögensverwalter Blackrock.

Bereits seit rund einem Jahr setzt Descartes Bitcoin im Bereich der freien Vermögensverwaltung ein. Die dort gemachten Erfahrungen hätten den Entscheid zur Integration in Vorsorgelösungen bestätigt, teilt das Unternehmen mit. «Bitcoin ist die bedeutendste monetäre Innovation seit Jahrzehnten. Er gehört als fester Bestandteil in ein Anlagekonzept», sagt Verwaltungsratspräsident und Bitcoin-Evangelist Rino Borini. Gründer und CEO Adriano Lucatelli sagt: «Unser Anspruch ist es, diese Verantwortung aktiv wahrzunehmen, statt sie de facto an die Kundschaft zu delegieren.»

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