Zu sagen, dass Private Markets derzeit besonders gefragt sind, wäre übertrieben. Noch schwieriger ist die Lage allerdings bei sogenannten Evergreen-Strukturen – semiliquiden Private-Markets-Vehikeln, die speziell für vermögende Privatanleger konzipiert wurden. Das zeigen die Halbjahreszahlen von Partners Group.
Im ersten Halbjahr zogen Investoren insgesamt 3,8 Milliarden US-Dollar aus den Evergreen-Fonds des Unternehmens ab. Rund 80 Prozent der Rücknahmen entfielen dabei auf drei Fonds. Wie Partners Group bereits im Juni mitgeteilt hatte, betrifft dies unter anderem den Partners Group Global Value SICAV sowie den in Delaware domizilierten Partners Group Private Equity (Master Fund).
Bei insgesamt fünf Fonds musste das Unternehmen sogenannte Gates aktivieren. Damit werden Rücknahmen begrenzt, weil sie die in den semiliquiden Fonds vorgesehenen Rücknahmelimiten überschritten hatten.
Belastung reicht bis ins kommende Jahr
Die Auswirkungen der hohen Rücknahmen werden Partners Group noch längere Zeit beschäftigen. Aufgrund der Rücknahmebeschränkungen werden nicht alle Auszahlungen sofort abgewickelt; ein Teil der Rücknahmen wird erst im zweiten Halbjahr verarbeitet.
Das Management rechnet deshalb damit, dass die Evergreen-Plattform das Wachstum der verwalteten Vermögen (Assets under Management, AuM) sowohl 2025 als auch 2026 um jeweils ein bis zwei Prozentpunkte des gesamten AuM bremsen wird.
Hinzu kommen sogenannte Tail-down-Effekte, die Partners Group für das Gesamtjahr auf 10 bis 13 Milliarden US-Dollar beziffert. Dabei handelt es sich um planmässige Kapitalrückzahlungen aus auslaufenden Private-Markets-Fonds, wodurch das verwaltete Vermögen sinkt.
Auf Basis der aktuellen Exit-Pipeline erwartet das Unternehmen zudem, dass die Performance Fees im Gesamtjahr 2026 am unteren Ende der mittelfristigen Zielspanne von 25 bis 40 Prozent des Gesamtumsatzes liegen werden.
Rekordzuflüsse treffen auf überhitzten Markt
Trotz der Probleme bei den Evergreen-Produkten bleibt die Nachfrage nach den Anlagestrategien von Partners Group hoch. Im ersten Halbjahr sammelte das Unternehmen Neuzusagen von 16 Milliarden US-Dollar ein, nach 12 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum.
Die Zuflüsse sind zwar schön und gut, doch das Problem ist, sie müssen auch investiert werden. Und das ist im aktuellen Umfeld gar nicht so einfach. Viele Firmen werden zu sehr hohen Bewertungen gehandelt. Entsprechend gross ist das Risiko, bei neuen Transaktionen zu viel zu bezahlen.
Das ist ein oftmals unterschätztes Problem in den Private Markets. Darauf verweist auch CEO David Layton: «Wir freuen uns, eine rekordhohe Kundennachfrage vermelden zu können. Das Investitionsumfeld bleibt jedoch anspruchsvoll. Wir gehen bei neuen Investitionen weiterhin äusserst selektiv vor, da insbesondere im Private-Equity-Bereich häufig sehr hohe Bewertungen verlangt werden.»
Die Aktien von Partner Group haben seit Beginn des Jahres 30 Prozent verloren. Das Gründertrio mit Fredy Gantner, Urs Wietlisbach und Marcel Erni haben rund 60 Millionen aufgeworfen, um die Aktie zu stützen. Aktuell liegt der Kurs bei 720 Franken, knapp 90 Franken über dem Tief von Ende Juni als die Aktie bei 632 Franken lag. Am Donnerstag startete die Aktie mit einem tiefen Taucher in den Tag. Bis 11 Uhr erholen sie sich leicht und liegen noch 4,5 Prozent im Minus.

