Die Benko-Kredite hallen auch über zwei Jahre nach dem Zusammenbruch des gescheiterten Immobilieninvestors aus Österreich nach. Ein langjähriges Mitglied der Geschäftsleitung, das heute in der erweiterten Geschäftsleitung von Julius Bär tätig ist, erhielt für das Jahr 2025 keinen Bonus. Damit hatte die betroffene Person nicht gerechnet, da im Jahr zuvor noch Bonuszahlungen ausgeschüttet worden waren, wie eine Quelle sagt. Zwar seien diese geringer ausgefallen, aber nicht vollständig entfallen. Kolleginnen und Kollegen auf derselben Stufe habe es ähnlich getroffen.
Laut der Quelle trägt die Nullbonusrunde für 2025 die Handschrift von CEO Stefan Bollinger, dem früheren Goldman-Sachs-Banker, der seit Anfang 2025 an der Spitze der Bank steht. Bollinger krempelte im vergangenen Jahr die Führungsetage komplett um. Er halbierte die auf 16 Personen angewachsene Konzernleitung. Die Leiter der Kundenregionen sowie weiterer Funktionen wurden in das neugeschaffene, unterhalb der Geschäftsleitung angesiedelte Global Wealth Management Committee verschoben. In der Konzernleitung befinden sich nur noch zentrale Funktionen wie Finanzsteuerung, Risk, Compliance, Operations und Rechtsdienst.
Durch die Verkleinerung der Konzernleitung lässt sich die Reduktion der Boni nicht direkt aus dem Geschäftsbericht herauslesen; Vergleiche mit früheren Jahren sind nur eingeschränkt möglich. Für 2025 beträgt die gesamte variable Vergütung der Konzernleitung 11 Millionen Franken. Darin enthalten ist ein Spezialbonus von 1,5 Millionen Franken für den damaligen CEO ad interim Nick Dreckmann sowie «explizite Abzüge für zwei ExB-Mitglieder im Zusammenhang mit früheren kreditbezogenen Entscheidungen».
Zwei zusätzliche Abschreiber
Dabei dürfte es sich um Kreditabschreiber handeln, die erst im vergangenen Jahr im Rahmen der Überprüfung des Kreditbuchs aufgetaucht sind. Im Mai und später im November gab Julius Bär bekannt, nochmals 130 beziehungsweise 149 Millionen auf Immobilienkrediten abschreiben zu müssen. Dies belastete das Ergebnis spürbar.
Welche Manager es konkret getroffen hat, legt die Bank nicht offen. Die Konzernleitung besteht aus sechs Mitgliedern, vier davon sind 2025 und 2026 neu hinzugekommen. Zwei sind bereits länger dabei: Finanzchefin Evie Kostakis und Chefjurist Christoph Hiestand. Ebenfalls dazugerechnet werden kann auch Oliver Bartholet, der im Juli zurücktrat und die Bank Ende 2025 verliess.
Inzwischen hat Chief Financial Officer Evie Kostakis entschieden, die Bank zu verlassen. Vor zehn Tagen wurde bekannt, dass die 50-Jährige eine internationale Führungsrolle ausserhalb des Instituts anstrebt. Sie werde noch bis Ende 2026 im Unternehmen bleiben, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten. Ob und inwiefern ihr Abgang mit möglichen Bonuskürzungen zusammenhängt, ist nicht erhärtet. Eine Mediensprecherin lehnte eine Stellungnahme ab. Die Bank verweist generell auf den Geschäftsbericht.

