Rund 30’000 Neukunden und 14 Milliarden Neugeld – der Zürcher Kantonalbank (ZKB) fliegen Kunden und Gelder weiterhin zu. Es ist wird immer karer, dass die ZKB eine grossen Profiteurinnen des Verschwindens der Credit Suisse ist. Mit ihrem AAA-Rating hat sie ein schlagendes Argument.
Der Gewinn kletterte im vergangenen Jahr auf die neue Rekordmarke von 1,2 Milliarden Franken (plus 10 Prozent). Davon profitieren der Kanton und die Gemeinden mit einem Zustupf von 581 Millionen Franken.
Trotzdem bleibt immer mehr Geld in der Kasse liegen. Das Eigenkapital der ZKB erhöhte sich um fast 1 Milliarde auf 15,7 Milliarden Franken. Die harte Kernkapitalquote (CET1) schnellte damit auf 21,2 Prozent hoch, von 16,8 Prozent im Vorjahr. Das ist mehr als das Doppelte der geforderten Quote von 9,5 Prozent. Die Erhöhung hat unter anderem auch mit tieferen risikogewichteten Aktiven aufgrund der Einführung von Basel III zu tun. Wie Zürcher Kantonalbank in einer Mitteilung schreibt, erfülle sie die bestehenden Eigenkapitalvorschriften «komfortabel» – was eine deutliche Untertreibung ist.
Hat Urs Baumann einen Plan?
Man könnte es auch anders formulieren: In der Bank liegt enorm viel Kapital, das nicht gebraucht wird. Die Bank müsste mehr damit tun – entweder vermehrt Kredite an Unternehmen, KMU und Immobilieninvestoren vergeben, wo sich bekanntlich die Wettbewerbssituation mit dem Verschwinden der Credit Suisse eingetrübt hat. Oder aber das Geld an den Eigentümer zurückführen, also mehr an Kanton und Gemeinden ausschütten.
ZKB-CEO Urs Baumann scheint keinen Plan zu haben, was er mit dem überschüssigen Kapital machen will. In seinem Ausblick fürs laufende Jahr schreibt er: «Unsere operative Exzellenz und die Wachstumschancen in den Bereichen Privat- und Firmenkunden, Private Banking und Asset Management ermöglichen es uns, unseren Erfolgskurs konsequent fortzuführen.»

