Bekannt ist die Einmischung der Finma schon länger. Jetzt bestätigt es auch die Basellandschaftliche Bantonalbank (BLKB) in einer Mitteilung: Man informiere darüber, dass die Finanzmarktaufsicht eine «Untersuchung der Abläufe und Hintergründe der Radicant-Numarics-Transaktion gestartet hat». Die BLKB und die Tochtergesellschaft Radicant würden bei dieser Untersuchung vollumfänglich mit der Finma kooperieren.
Die BLKB begrüsse die Untersuchung durch die Finma. «In den vergangenen Monaten sind wir bei der internen Aufarbeitung dieser Transaktion gut vorangekommen und konnten bereits entsprechende bankinterne Massnahmen umsetzen», schreibt die BLKB weiter. Die Ergebnisse der Finma-Untersuchung werden uns bei der weiteren Aufarbeitung unterstützen, sagt der interimistische Bankratspräsident Thomas Bauer, der früher einmal Finma-Präsident war.
Gleichzeitig läuft auch eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) des Landrats von Baselland. Die BLKB hat die Mitglieder der PUK über die Finma-Untersuchung informiert. Das dürfte der eigentliche Grund sein, warum die BLKB die Finma-Untersuchung nun auch gegenüber der Öffentlichkeit bestätigt. «Unser Anliegen ist es, beide Untersuchungen zu unterstützen. Damit möchten wir auch dazu beitragen, dass Doppelspurigkeiten bei den laufenden Untersuchungen vermieden werden können», schreibt Thomas Bauer.
Tippinpoint schrieb bereits im August, dass die Finma die Basellandschaftliche Kantonalbank ins Visier genommen habe. Schon damals war klar, dass die Behörden die genauen Umstände abklären werden, wie es zum millionenteuren Kauf der Softwarefirma Numarics und dem hohen Abschreiber kurz darauf kam.
Mutmasslich steht auch eine Intervention der Finma hinter dem Entscheid der BLKB, bei Radicant den Stecker zu ziehen. Ursprünglich wollte die BLKB die Onlinebank stärker an sich binden. Die Bank versäumte es, die Integrationspläne frühzeitig mit dem Regulator abzusprechen. Als man merkte, dass sich die Finma kaum von den Umsetzungsideen überzeugen liess, musste man das Projekt begraben.

