Finanzmarktaufsicht
Finma-Direktor Stefan Walter braucht viel Zeit, um vakante Posten in der Geschäftsleitung zu besetzen. Jüngstes Beispiel das Schlüsseldossier Banken.
18. Februar 2026 • Beat Schmid

Stellenbesetzungen auf höchster operativer Ebene bei der Finma geben regelmässig Rätsel auf. Wie die Behörde am Mittwoch mitteilte, wird Alain Girard die Leitung des Bereichs Recovery and Resolution abgeben und per 1. April das Schlüssel-Dossier Banken übernehmen. Er folgt auf Thomas Hirschi, der die Finma Ende August verlassen hat und künftig Chief Risk Officer bei Vontobel wird.

Bitter ist diese Rochade für Simon Brönnimann. Er hatte den Geschäftsbereich Banken nach dem Abgang von Hirschi ad interim geführt. Nun übernimmt er den Bereich Recovery and Resolution von Girard – ebenfalls nur interimistisch, wie die Behörde schreibt. Dass sich Brönnimann erneut für eine Übergangslösung zur Verfügung stellt, erstaunt. Nicht jeder würde sich das gefallen lassen.

Erstaunlich ist auch die lange Zeitspanne, die diesem Entscheid vorausging. Mitte Juli wurde bekannt, dass Hirschi die Finma verlässt. Es dauerte damit über sieben Monate, bis Finma-Direktor Stefan Walter zum Schluss kam, dass Rechtsanwalt Girard die richtige Lösung für die Leitung des Bankenbereichs ist.

Das ist eine sehr lange Zeit. Entweder ist es der Behörde in der langen Suchphase nicht gelungen, eine externe Kandidatin oder einen externen Kandidaten zu gewinnen – oder das Findungsgremium agiert ausgesprochen entscheidungsschwach. Möglich ist auch eine Kombination aus beidem.

Dass Personalentscheide bei der Finma viel Zeit in Anspruch nehmen, zeigt sich auch an anderer Stelle. Der Direktor selbst hat bis heute keinen permanenten Stellvertreter bestimmt. Seit über zehn Monaten fungiert Patric Eymann, Leiter des Geschäftsbereichs Enforcement, als Stellvertreter ad interim von Walter.

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