Sergio Ermotti könnte als CEO der UBS noch deutlich bis in die zweite Hälfte des Jahres 2027 im Amt bleiben. Das berichtet Reuters. Als Gründe für die Verlängerung nennt die Agentur die regulatorische Neuaufstellung der Bank sowie den Faktor Zeit: Da kein klarer interner Kandidat verfügbar sei, wolle sich der Verwaltungsrat mehr Spielraum für die Nachfolgesuche verschaffen. Die Agentur beruft sich auf mit der Sache vertraute Personen.
Ganz neu ist das nicht. Seit einigen Monaten zeichnet sich ab, dass Ermotti über den ursprünglich genannten Mindesttermin April 2027 hinaus bleiben könnte. Aus dem Umfeld der Bank werden dabei meist die gleichen Gründe genannt – insbesondere die neuen Eigenkapitalvorschriften, bei denen Ermotti weiterhin eine aktive Rolle spielen will. Würde er im April 2027 abtreten und später in den Verwaltungsrat wechseln, müsste er zunächst eine Cooling-off-Phase einhalten. Dadurch würde er womöglich entscheidende Phasen der Regulierung verpassen.
Verknorzte Nachfolgesuche
Ein weiterer Punkt ist die zunehmend verfahrene Nachfolgesuche. Seit Monaten kursieren die immer gleichen Namen. Die Bank sei unsicher, schreibt Reuters, ob die möglichen internen Nachfolger derzeit die richtige Besetzung für den Posten wären. Der Verwaltungsrat sei daher zunehmend offen dafür, dass auch ein externer Kandidat die Nachfolge antreten könnte, erklärten eine der Quellen sowie eine weitere mit den Überlegungen vertraute Person.
Reuters nennt keine externen Namen. Laut Tippinpoint-Quellen wird in den UBS-internen Wett- und Gerüchtebörsen derzeit der Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing als möglicher Kandidat hoch gehandelt. Als CEO der UBS könnte er deutlich mehr verdienen als in Deutschland – nach Steuern sowieso, schrieb Tippinpoint Ende März.

