Eine wirklich grosse Überraschung ist es nicht: Partners Group will die Rücknahmen bei einem ihrer Evergreen-Fonds begrenzen, nachdem viele Kunden aussteigen wollten. Die Zuger Gesellschaft teilte in einem Schreiben an ihre Kunden mit, dass sie die Rücknahmen beim 8,6 Milliarden US-Dollar schweren Global Value SICAV-Fonds auf 5 Prozent des Nettoinventarwerts pro Quartal begrenzen wird. Das ist deutlich weniger, als die Kunden zurückhaben wollten. Die Rücknahmeanträge im zweiten Quartal beliefen sich auf knapp 10 Prozent.
Es habe einen Anstieg der Rücknahmeanträge von vermögenden Privatkunden im gesamten Evergreen-Portfolio des Unternehmens gegeben, sagte ein Sprecher von Partners Group gegenüber Bloomberg. Die Agentur hatte zuerst über den Investorenbrief geschrieben.
Evergreen-Fonds sind offene Private-Market-Vehikel, bei denen Kunden flexibel ein- und aussteigen können – oder besser gesagt: sollten. Sie werden in der Regel für Privatkunden vermarktet, die sich nicht über viele Jahre binden wollen, wie dies bei den üblichen geschlossenen Private-Equity-Fonds der Fall ist.
Das Problem der Evergreen-Fonds ist, dass insbesondere Privatkunden in Stresssituationen schnell die Nerven verlieren und ihre Gelder zurückhaben wollen. Bei Partners Group machen Privatkunden etwa ein Fünftel des verwalteten Vermögens auf der gesamten Plattform aus und stellen einen besonders grossen Anteil der Anlegerbasis des Global Value Fonds dar.
Die Aktien des Vermögensverwalters, der rund 185 Milliarden US-Dollar verwaltet, brachen am Mittwoch an der Börse bis zu 16 Prozent ein – der grösste Tagesverlust seit vielen Jahren. Seit Jahresbeginn haben die Titel rund 33 Prozent an Wert verloren.

