Die Handelsplattform EToro nimmt einen neuen Anlauf an die Börse - diesmal mit Unterstützung der Grossbank. Laut einem am Montag bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Antrag plant das Unternehmen einen Börsengang, nachdem die Umsätze im Jahr 2024 regelrecht explodiert sind.
EToro nahm im vergangenen Jahr Kommissionen in der Höhe von 931 Millionen Dollar ein, deutlich mehr als im Vorjahr, als die Plattform 639 Millionen Dollar generierte. Auf Stufe Ebitda wies die Plattform 303 Millionen aus, verglichen mit 117 Millionen US-Dollar im Vorjahr.
Der Börsengang wird von Goldman Sachs, Jefferies, UBS und Citi als sogenannte Lead Bookrunners begleitet. Die genaue Bewertung sowie die Preisspanne der Aktienplatzierung werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.
Die Plattform erzielt 96 Prozent der Einnahmen aus dem Handel mit Kryptoassets. Der Markt für digitale Vermögenswerte erlebte 2024 einen Boom. Dazu trug auch die Wiederwahl von Donald Trump bei, der als Krypto-freundlich gilt.
Das 2007 in Israel gegründete Unternehmen betreibt eine Plattform, auf der Anleger nicht nur selbst handeln, sondern auch anderen Anlegern folgen können. Bereits 2021 plante EToro einen Börsengang mit einer SPAC-Transaktion (Special Purpose Acquisition Company). Damals mit einer Bewertung von 10,4 Milliarden US-Dollar. Der Deal wurde 2022 abgesagt.
Der Börsengang von EToro fällt in eine Zeit, in der Unternehmen wieder verstärkt den Kapitalmarkt suchen. Nach einer Phase der Zurückhaltung könnte der IPO-Markt 2024 wieder anziehen.
Dass UBS den Börsengang begleitet, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Die Grossbank experimentiert zwar mit Blockchain-Projekten, kann Investitionen in Kryptowährungen aber wenig abgewinnen. Diese Skepsis hält die UBS offenbar nicht davon ab, EToro-Aktien bei ihren Kunden zu platzieren.